Quartalszahlen: Allianz wagt trotz Milliardengewinn keine Jahresprognose

Quartalszahlen: Allianz wagt trotz Milliardengewinn keine Jahresprognose

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Allianz-Aktionäre vor der Hauptversammlung des Versicherungskonzerns Ende April 2009: Europas größter Versicherer glänzt im dritten Quartal mit einem Milliardengewinn

Die Trennung von der Dresdner Bank läuft besser als erwartet, der Milliardengewinn im dritten Quartal liegt deutlich über den Analystenerwartungen: Trotzdem wagt Europas größter Versicherer Allianz keine Gewinnprognose für das Gesamtjahr.

Zwischen Juli und September fuhr die Allianz vor allem dank der Erholung an den internationalen Kapitalmärkten einen Überschuss von 1,3 Milliarden Euro ein. Im Vorjahr hatten die Finanzkrise und die Probleme mit der an die Commerzbank abgegebenen Tochter Dresdner Bank dem Versicherer noch einen Milliardenverlust eingebrockt. Trotzdem wagt Europas größter Versicherer im dritten Quartal keine Gewinnprognose für das Gesamtjahr.

Das dritte Quartal habe gezeigt, dass das Unternehmen über eine gute Ausgangsbasis verfüge, um in einem „herausfordernden Marktumfeld“ solide Ergebnisse zu liefern, erklärte Allianz-Vorstand Oliver Bäthe heute in München. Das operative Ergebnis lag mit 1,9 Milliarden Euro um knapp ein Viertel über dem Vorjahreswert und übertraf die Erwartungen vieler Branchenexperten. Der Umsatz wuchs um 4,3 Prozent auf 22 Milliarden Euro.

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Dabei konnte die Allianz ihr finanzielles Fundament weiter verbessern. Das Eigenkapital wuchs seit Jahresmitte von 34,5 auf 39,4 Milliarden Euro.

Allianz-Aktien gewinnen fast fünf Prozent

Die Börse zeigte sich erfreut: Allianz-Aktien führten den Dax am Vormittag mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 82,89 Euro an. „Allianz hat die Vorhersagen mehr als erfüllt“, erklärte UniCredit-Analyst Andreas Weese. „Das Unternehmen hängt sehr wenig am Tropf von Kapitalgewinnen, sondern speist sich aus dem guten operativen Ergebnis“, erklärte ein weiterer Börsianer.

Im Kerngeschäft mit Schaden- und Unfallversicherungen musste der Konzern im Jahresvergleich allerdings Federn lassen: Das operative Ergebnis der Sparte gab um 18 Prozent nach. Neben einer „ungewöhnlich hohen“ Zahl von Unwetterschäden belasteten auch zahlreiche Unternehmensinsolvenzen den Konzern, die auf das Geschäft mit Kreditversicherungen drückten.

Beteiligung an Dresdner Bank bleibt bestehen

Ihre Beteiligung an der Commerzbank will die Allianz nicht weiter zurückfahren. „Die Commerzbank bleibt eine wichtige strategische Beteiligung und Partnerschaft“, sagte Allianz-Controlling-Vorstand Oliver Bäthe heute. Die Allianz wolle ihren Anteil an dem Kreditinstitut daher bei etwa 10 Prozent halten.

Im dritten Quartal hatte die Allianz ihre Commerzbank-Beteiligung von knapp 14 auf gut 10 Prozent reduziert und daraus einen Gewinn von 120 Millionen Euro verbucht. Die Aktien hatte die Allianz Anfang des Jahres als Teil des Kaufpreises für die Dresdner Bank erhalten, die jetzt in der Commerzbank aufgeht. Die Commerzbank vertreibt in diesem Zuge künftig Versicherungsprodukte der Allianz.

Größere Übernahmen, Anteilsverkäufe oder eine Kapitalerhöhung plant die Allianz in nächster Zeit nicht. Mögliche Übernahmeziele würden dem Unternehmen zwar immer wieder angetragen, doch derzeit werde nichts konkret geprüft, sagte Controlling-Vorstand Oliver Bäthe am Montag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Eine Kapitalerhöhung sei auch nicht nötig. Zuletzt war die Allianz als möglicher Interessent für 900 Filialen der britischen Banken Royal Bank of Scotland (RBS) und Lloyds Banking Group genannt worden.

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