Quartalszahlen: Streit um Verhütungspille belastet Bayer

Quartalszahlen: Streit um Verhütungspille belastet Bayer

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Verpackungsanlage für die Bayer-Verhütungspille Yasmin

von Jürgen Salz

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern durchlebt derzeit eine Flaute im Pharmageschäft. Die Gesundheitsreformen machen dem Unternehmen zu schaffen. Die Verhütungspille Yasmin ist massivem Konkurrenzdruck und Klagen von Patienten ausgesetzt.

Die Zahl der Patientenklagen gegen die Bayer-Verhütungspille Yasmin steigt rasant: Im Sommer hatte der Konzern noch über 2700 Yasmin-Klagen in den USA berichtet. Jetzt erklärt  Bayer-Finanzvorstand Werner Baumann, dass inzwischen  4800 Rechtsfälle im Zusammenhang mit dem Medikament in den USA anhängig sind. Yasmin steht im Verdacht, bei  Patienten verstärkt schwerwiegende Nebenwirkungen wie gefährliche Thrombosen auszulösen. Klagen gegen die Verhütungspille laufen auch in Kanada und der Schweiz. Auch in Deutschland könnte es zu einem Prozess kommen – ein Anwaltsbüro bereitet derzeit eine Klage vor.

Gleichzeitig steht Bayer bei Yasmin unter massivem Konkurrenzdruck. Das israelische Unternehmen Teva, dass auf Nachahmerpräparate (Generika) spezialisiert ist, hat eine wirkstoffgleiche Yasmin-Kopie in den USA auf den Markt gebracht – und sorgt damit  bei Bayer für erhebliche Umsatzeinbußen. Im dritten Quartal sanken die Yasmin-Umsätze gegenüber Vorjahr um 24,1 Prozent auf 243 Millionen Euro. Laut Finanzvorstand Baumann hat Bayer in diesem Jahr bereits 130 Millionen Euro an Rechts- und Verteidigungskosten im Zusammenhang mit den Verhütungspillen zurückgestellt.

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Der neue Konzernchef Marijn Dekkers klagte zudem über „negative Effekte“ aus den Gesundheitsreformen verschiedener Länder. Dadurch bedingt – und durch die Probleme bei Yasmin - stagnierte das Pharmageschäft bei Bayer im dritten Quartal.

In anderen Bereichen wie Pflanzenschutz (Crop Science) und hochwertige Materialien (Material Science) lief das Geschäft dagegen deutlich besser. Allerdings sieht sich Bayer im Pflanzenschutzgeschäft auch Klagen von Landwirten in den USA ausgesetzt. Bayer soll dafür verantwortlich sein, dass deren Reispflanzen gentechnisch kontaminiert wurden. Im dritten Quartal hat Bayer deswegen 386 Millionen Euro zurückgestellt. 

Insgesamt stieg der Bayer-Umsatz im dritten Quartal – gegenüber dem Vorjahreszeitraum - um 16,1 Prozent auf 8,5 Millarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich – ohne Sondereinflüsse wie etwa die Rückstellungen für die Rechtsstreitigkeiten – um 10,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.

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