Quartalszahlen von Apple, Ebay, Google und AMD: Tage der Abrechnung in Silicon Valley

Quartalszahlen von Apple, Ebay, Google und AMD: Tage der Abrechnung in Silicon Valley

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Jetzt wird bei Apple, Ebay, Google und AMD abgerechnet. Die Schwergewichte des Silicon Valley legen ihre Quartalszahlen vor

Mit Apple, Ebay, Google und AMD verkünden gleich vier Schwergewichte des Hightechtals heute und morgen ihre Quartalszahlen. Erstmals wird sich zeigen, wie stark sich die Banken- und Wirtschaftskrise in der Internetbranche ausgewirkt hat.

Den Anfang macht heute Abend Apple, das gerade Schlagzeilen mit der krankheitsbedingten sechsmonatigen Auszeit von Steve Jobs macht. Handelt es sich tatsächlich nur um eine Atempause oder läutet der charismatische Vorstandschef bereits seinen Rückzug ein? Apple hat nach eigenem Bekunden einen Nachfolgeplan. Doch wie sieht der aus? Antworten wird es mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch diesmal nicht geben.

Umsatzzuwächse bei Apple

Dafür Auskünfte, wie sich die am oberen Preisende angesiedelten Macintosh-Computer in der Wirtschaftskrise verkauft und wie sich die Absatzzahlen des mittlerweile in mehr als 21 Ländern offiziell vertriebenen iPhones entwickelt haben. Kann Apples Mobiltelefon die sinkenden Verkäufe des einstigen Megabestsellers iPods ausgleichen?

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Piper Jaffray Analyst Gene Munster – ein prominenter Apple-Beobachter - rechnet bei den Macs mit einem Wachstum von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft hatte Apple sein Produktportfolio mit neuen iPods sowie mit Notebooks für Einsteiger und Profis aufgefrischt. Der Konzern profitiert zudem von seiner eigenen Ladenkette, die ihn unabhängiger von externen Händlern macht. Mit CompUSA und Circuit City haben gleich zwei der größten Computerhandelsketten der USA das zeitliche gesegnet.

Umsatzrückgang bei Ebay erwartet

Zur gleichen Stunde wird Ebay-Chef John Donahue wahrscheinlich den ersten großen Umsatzrückgang in diesem Jahrzehnt vermelden müssen. Das Auktionsgeschäft von Ebay schwächelt. Mit einem verstärken Ausbau des Angebot von Waren zum Fixpreis versucht Donahue den Erzkonkurrenten Amazon.com Paroli zu bieten. Doch die Strategie scheint dem Unternehmen eher geschadet zu haben. Die Entscheidung Ebays künftig, mit einigen Ausnahmen wie Auto- oder Grundstücksverkäufen in den USA nur seinen Online-Bezahldienst Paypal als Zahlungsmittel zu akzeptieren, hat viele treue Händler erzürnt. Die Quittung wird sich in den Quartalszahlen ablesen lassen.

Paypal erweist sich zwar als solider Umsatzgarant für Ebay. Selbst das einstige Sorgenkind Skype hat mit einer Reihe von Verträgen mit Giganten wie Walmart und IBM seinen Umsatz massiv gesteigert. Leider gilt das jedoch nicht für den Gewinn. Von der Theorie her müsste Ebay jedoch mit einer Rezession besser klarkommen als andere Online-Händler. In Krisenzeiten sind Gebrauchtgüter gefragt. Zudem decken sich Ebay-Händer derweil in Masse mit unverkauften Waren von großen Handelsketten ein, die demnächst auf der Plattform auftauchen werden.

Google muss erstmals sparen

Am interessantesten werden die Quartalsergebnisse von Google sein, die am Donnerstag bekanntgegeben werden. Das vierte Quartal ist normalerweise das umsatzstärkste der Suchmaschine. Wird die Banken-und Wirtschaftskrise diese Tradition brechen oder kann Google trotzdem wieder einen zweistelligen Umsatzzuwachs verbuchen? Letzteres wird nicht leicht sein, sind doch Finanzinstitute und Autohersteller die wichtigsten Anzeigenkunden der Suchmaschine. Bei den Kosten spart Google bereits.

Das Unternehmen hat gerade die erste große Entlassung seiner Geschichte bekanntgegeben, hat Außenstellen in Europa und den USA dicht gemacht oder verkleinert. Dabei handelt es sich zwar nur um 100 Jobs. Wesentlich stärker traf es das Heer der zehntausend Google-Mitarbeiter mit Zeitverträgen, wobei Google hier noch keine genauen Zahlen veröffentlicht hat. Es wird weniger eingestellt. Google muss zudem einen Teil seiner 500 Millionen Dollar Investition in den Datenfunknetzbetreiber Clearwire abschreiben, was das Ergebnis zusätzlich belasten wird.

Doch Google ist nachwievor unangefochtener Marktführer bei Suchmaschinen, mit einem Weltmarktanteil von 62 Prozent. Und obwohl suchbasierte Werbung im letzten Quartal laut den Marktforschern von Efficient Frontier angeblich einen Umsatzrückgang von acht Prozent  verbuchen musste, ist es immer noch die gefragteste Online-Werbeform.

AMD in der Dauerkrise

Bei Chiphersteller AMD sind schlechte Nachrichten garantiert. Der Halbleiterbranche geht es wegen der weltweiten Computerabsatzflaute schlecht. Zuletzt hatte Branchenprimus Intel verheerende Quartalszahlen mit einem Umsatzrückgang von 23 Prozent gemeldet. 1100 Jobs – rund neun Prozent der Gesamtbelegschaft – sollen abgebaut werden. Für die Werke in Dresden wird Kurzarbeit erwogen.

Glücklicherweise hat sich AMD durch das Auslagern seiner Produktionssparte noch rechtzeitig eine 2,1 Milliarden Dollar Beteiligung von der Abu Dhabi Staatsholding ATIC sichern können, bevor die Kreditmärkte dicht machen. Das sowie der Verkauf von Sparten hat dem von Verlusten geplagte Unternehmen etwas Luft zum Atmen gegeben. Außerdem führt AMD gerade eine  Reihe von neuen Prozessoren für Personalcomputer und Laptops ein, die gute Kritiken bekommen. Doch schon hat Intel massive Preissenkungen bei Prozessoren angekündigt. Es wird eng für AMD. Doch das ist das Unternehmen ja gewohnt.

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