Radtouren: Durch die schönsten Städte der Welt

Radtouren: Durch die schönsten Städte der Welt

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Die Oper in Sydney ist mit dem Rad gut erreichbar

Vom Sattel eines Fahrrades aus zeigen viele Metropolen in aller Welt ein ganz anderes Gesicht. Zwölf Vorschläge für Stadtradtouren von Tokio über Berlin bis nach San Francisco.

Einfach mal stehen bleiben. Die Schuhe in der Auslage in New York oder der Blick in den Hinterhof eines Hutongs in Peking können Anlass sein, um kurz die Bremsen zu ziehen und mit dem Fahrrad näher heranzurollen. Kein anderes Fortbewegungsmittel bietet bei einer Städtereise so viel Freiheiten wie das Fahrrad. Schnell genug, um auch zwei weiter voneinander entfernte Ziele abzuklappern, spontan genug, um ohne lange Parkplatzsuche einen Stopp einzulegen und immer an der Oberfläche rollen, statt im Untergrund zu verschwinden. In vielen großen Metropolen ist es zwar kaum möglich, sich unbefangen in den Stadtverkehr einzureihen, aber abseits der Hauptverkehrsstraßen ist viel zu entdecken.

Sydney: Flughund im Baum

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Auch Australiens Metropole ist eigentlich eine Autostadt. Aber ihre schönsten Sehenswürdigkeiten liegen abgeschieden am Wasser, die Route vom Botanischen Garten zum Fischmarkt ist ein Radlerparadies. Die vorgeschriebenen Helme scheinen überflüssig, so ruhig kommt man durch den Botanischen Garten. Vorbei geht’s am neugotischen Sitz des Gouverneurs, an Bengalischen Feigen- und Eukalyptusbäumen, in denen Flughunde kopfüber die Nacht erwarten. Am Wasser entlang geht es zum Opernhaus mit der besten Freiluftbar der Stadt. Gleich nach dem Fährgetümmel am Circular Quay, wo die Didgeridoos brummen, taucht der Weg in den Schatten der Harbour Bridge. In den alten Piers leitet SchauspielerinCate Blanchett die Sydney Theatre Company. Freie Fahrt hat, wer die Fußgängerbrücke im Vergnügungshafen Darling Harbour überquert hat. Entlang der Werften tritt es sich leicht bis zum Fischmarkt. Krönender Abschluss dort: Lobster, Austern und australischer Sauvignon Blanc.www.bonzabiketours.com

Peking: Blick zurück Cassey He leuchtet vorne in grellem Gelb. Ihr gelber Anorak ist der Punkt, an dem die Radler sich orientieren. Mit scheinbar leichtem Tritt auf einem schwergängigen Damenrad schwenkt die Führerin mal links mal rechts in die Hutongs, die engen Gassen in Pekings alter Innenstadt nahe der Verbotenen Stadt. Auf zwei Rädern erfährt man sich ein Stück chinesischer Geschichte, das bei den langen Autofahrten über die breiten Stadtautobahnen der chinesischen Hauptstadt kaum zu entdecken ist. Handwerker, die Wände grau verspachteln, sind ebenso zu sehen wie Lebensmittelgeschäfte oder Cafébars nach westlichem Standard. Casseys Route ist keine Belastung für die klapprigen, aber gemütlichen Hollandrad-Imitate, die in Peking einst das Stadtbild dominierten und bei denen unvermittelt die über Stangen bewegten Bremsklötze abfallen können. Heute sind zwar auch auf breiten Straßen noch Radwege verzeichnet, aber ohne Helm und mit schwachen Bremsen spürt der Europäer den Wandel in Peking am eigenen Leib. Die Autofahrer nutzen ihre neuen Rechte, die Überquerung einer mehrspurigen Straße liefert einen kleinen Adrenalinstoß. Anstrengend ist eine knapp zweistündige Tour mit keinen fünf Kilometer Strecke dennoch nicht. Nochmals völlig abtauchen in ein scheinbar immer stärker verloren gehendes Stück Pekings können Radler bei einem Mittagessen bei Familien, die Touristen auf Vorbestellung mit vielfältigen Speisen bewirten. www.dertour.de

Prag: Im Leerlauf ins Tal

Viele Hügel, kaum Radwege, reichlich Kopfsteinpflaster: Die Voraussetzungen für Radler sind hier nicht optimal. Doch es lohnt sich, Prag aus dem Sattel eines robusten Mountainbikes zu betrachten. Startpunkt ist das einstige jüdische Viertel in der Josefstadt, mit seinen Synagogen und dem alten jüdischen Friedhof, dessen dicht gedrängten Grabsteine bis ins 15. Jahrhundert zurückdatieren. Entlang prachtvoller Fassaden alter Bürgerhäuser geht es zum Altstädter Ring mit seinen historischen Gebäuden und Denkmälern. Von dort sind es nur ein paar Hundert Meter bis zur Moldau. Der Weg über die eiserne, im Jugendstil gestaltete Cechuv-Brücke eröffnet eine grandiose Aussicht auf den Stadtteil Kleinseite am Fuße der Prager Burg und den grünen Petrin-Hügel. Hoch zur Burg geht es durch den Letna-Park, vorbei am Amtssitz des tschechischen » Premierministers und dem Lustschloss Belvedere. Auf dem Burgareal, das den in 600 Jahren Bauzeit errichteten gotischen Veitsdom umschließt, steigt man besser ab. Denn die Burgwache folgt demselben Motto wie die Prager Autofahrer: Wer bremst, verliert. Von hier rollt man im Leerlauf talwärts durch die Nerudova-Straße ins beliebte Flanierrevier, die Kampa-Halbinsel. Dann wieder über den Fluss, vorbei am goldgekrönten Nationaltheater zurück in die Altstadt. www.citybike-prague.com

Tokio: Auf Kaisers Spuren

Sie brettern mit einem Affenzahn über die Gehwege, klingeln sich den Weg frei, versperren mit ihren Rädern Ein- und Übergänge: Tokios Fußgänger hassen ihre radelnden Landsleute, die sich brutal den Weg durch volle Bürgersteige zu ihren Büros oder Bahnstationen bahnen. Oft haben sie allerdings keine Alternative: Nimmt in Tokio doch kaum ein Verkehrsteilnehmer die wenigen Fahrradwege ernst. Radler gelten als ungeliebte Außenseiter und Störenfriede. Stressfrei und weitgehend toleriert bewegen sich Radfahrer am Sonntag rund um den Kaiserpalast. Dann sind mehrere breite Straßen durch das weiträumige und immergrüne Areal für den Autoverkehr gesperrt und für Radler reserviert. Die können sich ihren Drahtesel kostenlos bei der „Imperial Cycling Station“ ausleihen. Ins Innere des Palastkomplexes gelangt man zwar nicht, aber ein Großteil der 110 Hektar umfassenden Anlage mit Befestigungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert, Burggräben und der Nijubashi-Brücke mit dem historischen Wachturm darf man umrunden. In sicherer Obhut befinden sich Tokios Radler neuerdings im Klub Ove des Fahrradkomponentenherstellers Shimano, der an Wochenenden regelmäßig geführte Touren organisiert. Der beliebte „Asakusa-Tagesausflug“ mit einer Gesamtstrecke von gut 25 Kilometern führt durch romantische Gassen hinter der Universität von Tokio in den historischen Ueno-Park und zum Lotusblütenteich Shinobazu. Weiter geht es in das Tempel- und Vergnügungsviertel Asakusa, in dem viel Charme und Atmosphäre des alten Tokio zu spüren ist. Zwischen einem Spaziergang durch die malerische Anlage des über 1000 Jahre alten Sensoji-Tempels und die belebte Geschäftsstraße Nakamise mit Hunderten traditionellen Läden lockt ein Soba-Restaurant zur Mittagspause mit Buchweizennudeln. Nach einer gemütlichen Spazierfahrt an den Ufern des Sumida-Flusses kann man auch mit dem Wasserbus auf dem Sumida entspannt zurück in den Ove-Klub schippern. www.ove-web.com

Brüssel: Belgiens Berge

Jacques Brel besang seine belgische Heimat als plattes Land. An Brüssel hat der Chansonnier dabei wohl nicht gedacht. Kaum fünf Minuten vergehen, ohne dass wir bergauf treten oder steil nach unten sausen. Zur Belohnung gibt’s auf der Radtour des Brüsseler Vereins „Pro Vélo“ (acht Euro plus sieben Euro Leihgebühr) Architektur satt. Rund um die Seen des Stadteils Ixelles tobten sich in den Dreißigerjahren die besten Baumeister der Stadt aus. Platzierten an die Place Flagey ein Gebäude, das einen Ozeandampfer imitiert oder ein gekacheltes Apartmenthaus in Form eines Wasserfalls. Vier Stunden oder 15 Kilometer ist die Architek-Tour lang – weder zu Fuß noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln wären die über die Viertel Ixelles, Uccle und Forest verstreuten Kleinode an einem Nachmittag zu schaffen. Trotz der vielen Schlaglöcher. www.provelo.org

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