Rauchverbot: BAT-Chef Schenk plant Zigarette für 1,50 Euro

Rauchverbot: BAT-Chef Schenk plant Zigarette für 1,50 Euro

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Der Vorstandsvorsitzende von BAT (British American Tobacco) Deutschland, Ad Schenk

Der Tabakkonzern British American Tobacco (BAT) will in Deutschland angesichts von Rauchverboten und sinkenden Absatzes weg von Massenware und künftig stärker teurere Genuss-Zigaretten verkaufen.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass künftig quantitativ weniger geraucht wird. Ich finde das sogar gut. So kommen wir aus dem Massenwahn und dem Billig, Billig, Billig heraus und stärker zum Genussrauchen“, sagte BAT-Deutschland-Chef Ad Schenk der WirtschaftsWoche. Allerdings kritisiert Schenk, dass es der Gesetzgeber derzeit verbietet, kleinere und teurere Zigarettenpackungen anzubieten. „Ich würde etwa gern ein tolles Produkt mit individualisierter Tabakmischung und persönlichem Trallala anbieten, wo die Packung mit drei oder fünf Zigaretten fünf Euro kostet – aber: darf ich nicht, weil der Gesetzgeber mir vorschreibt, dass ich mindestens 17, vielleicht sogar bald 20 Zigaretten in der Packung haben muss. Unsere Möglichkeiten, was zu probieren und einen Beitrag zu leisten, dass die Leute weniger rauchen, sind stark einschränkt.“ Schenk sieht bei Rauchern auf jeden Fall die Bereitschaft, für besondere Produkte auch mehr zu bezahlen. „Die Leute gehen heute auch zu Starbucks und zahlen 4,50 Euro für ein bisschen heißes Wasser mit Milchschaum. Und ein Erwachsener muss keine 15 Zigaretten am Tag rauchen.“

Vor der Anhörung der Industrie am kommenden Montag bei der Bundesdrogenbeauftragten Sabine Bätzing kritisiert Schenk das Vorhaben, Plakatwerbung für Zigaretten zu verbieten und Werbung im Kino einzuschränken. „Wir haben ein legales Produkt, das ausschließlich an Erwachsene verkauft wird, damit ist gesetzlich alles geregelt“, betont Schenk. „Aber die Zigarette wird dämonisiert, aufbauend auf Unwahrheiten. Der Bundestagsabgeordnete Lothar Binding kann bei Anne Will im öffentlich-rechtlichen Fernsehen erzählen, dass die Industrie wissentlich 600 Zusatzstoffe beimischt, um die Leute süchtig zu machen. Manche Leute gehören verhaftet. Das deutsche Tabakrecht schreibt genau vor, was wir zufügen dürfen und was nicht. Der Gesetzgeber muss uns einfach zugestehen, mit den Verbrauchern zu kommunizieren – dazu gehört auch Plakat- und Kinowerbung.“

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Eine weitere Steigerung des Zigarettenschmuggels wird nach Einschätzung Schenks die Folge sein, sollte die Bundesregierung wie derzeit diskutiert erneut die Tabaksteuer erhöhen. „Wir setzten viel Geld ein, um gemeinsam mit den Behörden den Schmuggel zu bekämpfen. Derzeit steigen die Zahlen zumindest nicht. Schau ich aber nach Berlin, vor die Haustüre der Politik, wo jede zweite gerauchte Zigarette nicht versteuert ist: Da sitzen die schon wieder am großen runden Tisch und überlegen, um wie viel sie die Tabaksteuer erhöhen sollen. Damit die Preisdifferenz zwischen Deutschland und der Ukraine noch größer wird? Damit hoffentlich bald zwei Drittel der gerauchten Zigaretten in Berlin geschmuggelt sind? Das kann doch nicht wahr sein. Und vor dem Gymnasium meiner Kinder tauchen regelmäßig Leute mit Rucksäcken auf und verkaufen russische Jin-Ling-Zigaretten. Toll, lieber Gesetzgeber.“

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