Raumfahrt: Wein und Weltraum bei OHB

Raumfahrt: Wein und Weltraum bei OHB

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Entwicklungsarbeit bei OHB in Bremen

Das Bremer Unternehmen OHB ist eine der bemerkenswertesten High-Tech-Wachstumsstories in Deutschland: Der Familienbetrieb schaffte den Aufstieg vom Reparateur von Schiffssystem ins Raumfahrtgeschäft. In der Firmenzentrale sieht man vom glamourösen Weltraum-Geschäft aber nur wenig.

Nach dem Glamour des Luft- und Raumfahrtgeschäfts suchen Besucher bei der Bremer OHB Technology vergeblich, dass die Firma für eine der bemerkenswertesten Wachstumsstorys der deutschen High-Tech-Industrie steht, sieht man ihr nicht an. Das Foyer der Zentrale des mit einem Jahresumsatz von bald 300 Millionen Euro zweitgrößten deutschen Raumfahrtunternehmens zieren ein paar maßstabsgerechte Modelle der wichtigen Satelliten und der geplanten Deutschen Mondsonde Mona Lisa. Die Chefetage im vierten Stock ist ein Oval bescheidener Büros mit dunklem Auslegeteppichen und weißer Raufaser. Auch knapp sieben Jahre nach dem Börsengang ist OHB im Herzen ein Familienunternehmen. 64,4 Prozent gehören der Familie Fuchs. Sohn Marco ist Vorstandsvorsitzender, Mutter Christa leitet den Aufsichtsrat und Vater Manfred das Raumfahrtgeschäft.

Wo das Unternehmen seine Wurzeln hat, hört man im Zungenschlag der Eltern. Christa Fuchs ist Spross einer Pinneberger Kaufmannsfamilie und Vater Manfred stammt aus Südtirol, wo seine Vorfahren seit dem 13. Jahrhundert Weinbau und Sägewerke betrieben. Nach dem Studium in den Fünfzigerjahren arbeitete Luftfahrtingenieur Manfred in Hamburg bei einer Vorläuferfirma des europäischen Luftfahrtriesen EADS. Als die Kinder studierten, kaufte Mutter Christa 1982 die OHB abgekürzte Otto Hydraulik Bremen; ein Werkstattbetrieb mit fünf Mitarbeitern, der für die Bundeswehr Schiffssysteme reparierte.

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1985 kam der Einstieg ins Raumfahrtgeschäft und kurz darauf stieß Vater Manfred ins Unternehmen. Mit Beharrlichkeit und Geschick im Umgang mit öffentlichen Geldgebern formten der visionäre Vater und die nüchterne Kauffrau Christa daraus die Orbitale Hochtechnologie Bremen: einen Marktführer für Kleinsatelliten wie den Überwachungssatelliten SAR-Lupe für die Bundeswehr und einen führenden Zulieferer bei Weltraumprogrammen wie der Ariane-Rakete, dem Raumgleiter Hermes oder der europäischen Raumstation Columbus.

Der Kauf der MT Aerospace 2005 machte den Konzern zum Zulieferer im Flugzeugbau. Im vergangenen Jahr blieben die Bremer als einziger Bieter der Airbus-Werke in Varel, Nordenham und Augsburg übrig. Doch die Verhandlungen scheiterten. Nun will OHB das gewohnte Wachstum von gut 20 Prozent pro Jahr durch Raumfahrtprojekte wie das Navigationssystem Galileo und in der Telematik schaffen.

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