Rechtsstreit: Roland Berger wehrt sich gegen Klage ehemaliger Partner

exklusivRechtsstreit: Roland Berger wehrt sich gegen Klage ehemaliger Partner

von Cornelius Welp

Eine Klage ehemaliger Partner sorgt für Unruhe beim Beraterriesen. Die Fronten verhärten sich massiv. Ein langer Prozess scheint unausweichlich.

Es sollte eine rundum harmonische Veranstaltung werden, zu der die Unternehmensberatung Roland Berger vergangene Woche Ex-Beschäftigte nach München geladen hatte. Um ihren Alumni die nicht ganz taufrische Erkenntnis "Spitzenleistung braucht echte Leidenschaft – in der Wirtschaft und im Sport" lebhaft zu vermitteln, hatte das Unternehmen Ex-Eiskunstläuferin Kati Witt und Ex-Torwart Oliver Kahn für Vorträge gebucht.

Zu einigen früheren Top-Managern ist das Verhältnis aber alles andere als harmonisch. Eine beim Landgericht München eingereichte Klage sorgt im Unternehmen zunehmend für Unruhe. Um die zu dämpfen, schickte Berger-Chef Martin Wittig letzte Woche gar eine E-Mail an seine Partner, die er als so geheim einstufte, dass sie die nur persönlich auf ihrem eigenen Computer öffnen konnten. Sie sollten sich keine Sorgen machen, teilte ihr Chef darin mit. Ein Gutachten der Kanzlei Mayer Brown habe ergeben, dass die Klage nur wenig Aussicht auf Erfolg habe. Die Berger-Hauskanzlei Linklaters war wenig überraschend zur gleichen Meinung gekommen.

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Für die 43 klagenden Ex-Partner ist das ein "durchsichtiger Beruhigungsversuch", wie einer von ihnen sagt. Als sich die Unternehmensberater ab 2000 vom damaligen Mehrheitseigner Deutsche Bank loskauften, hatten sie Bürgschaften über‧nommen. Im Gegenzug erhielten sie Ansprüche aus stimmrechtslosen Aktien im Wert von 237 Millionen Euro. Ursprünglich schon 2006, spätestens aber ‧Ende dieses Jahres sollten die ausgezahlt werden. Nach Angaben der Kläger, die Ansprüche von rund 40 Millionen Euro haben, würde deren Auszahlung nach jetzigem Stand aber erst 2034 stattfinden. Die entsprechende Rücklage weist "einen Stand von EUR 0,00 aus", wie es in einer internen Mitteilung von Roland Bergers Wirtschaftsprüfer KPMG heißt.

Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, sich unzureichend um die Erfüllung der Verpflichtung zu kümmern, stattdessen "umfangreich in den aggressiven Ausbau ihres Geschäfts" zu investieren und neue, "weit jenseits marktüblicher Sätze verzinste" Schulden vor allem gegenüber Gründer und Namensgeber Roland Berger aufzuhäufen.

Gegenüber der WirtschaftsWoche zeigt sich Berger-Chef Wittig entschlossen, den Streit auszufechten. "Das Anwaltsgutachten bestätigt uns in der Auffassung, dass die Klage substanzlos ist", sagt er. Es gebe keinen Grund für einen Vergleich. KPMG sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beratung keine Rücklagen für die Auszahlung der Partner ‧bilden durfte. Einen Zeitpunkt für deren Beginn will Wittig nicht nennen. Vorwürfe, die Beratung zögere die Auszahlung absichtlich und treuwidrig heraus, seien "vollkommen absurd".

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