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Regionen: Westchina: Anreize für Investoren

Mit dem Ausbau der Infrastruktur und Anreizen für Investoren versucht die Regierung, nun auch den zurückgebliebenen Westen nach vorne zu bringen.

Imagine China
Bau der Eisenbahn nach Tibet

Xu Zhoujie ist einer von vielen Ökonomen, die sich im Auftrag der Regierung in Peking den Kopf über die beste Entwicklungsstrategie für Chinas zurückgebliebenen Westen zerbrechen. Seine Antwort: „Die Marktwirtschaft kann mehr als aller Planungsehrgeiz.“ 

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Die Politiker in der Hauptstadt wollen dem Markt dennoch nachhelfen. Die Westprovinzen sollen von den Sonderwirtschaftszonen an der Küste lernen, die Mitte der Achtziger anfingen, mit Steuervergünstigungen und nagelneuer Infrastruktur um ausländische Investoren zu werben. Inzwischen versprechen zehn Provinzen im Westen des Landes besondere Vorteile: zwei Jahre völlige Steuerfreiheit, drei Jahre halber Steuersatz. Und siehe da: Immer mehr Ausländer ziehen die lange verschmähten, weitab von der Küste liegenden Standorte in Betracht. 

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Ein wesentlicher Grund neben den Steuererleichterungen ist das gegenüber den Küstenstandorten günstigere Lohnniveau. Ein Facharbeiter im Hinterland verdient weniger als die Hälfte eines Kollegen in Shanghai. Zudem ist er eifriger bei der Sache – und kann nach oft aufwendiger Ausbildung nicht gleich wieder von Konkurrenten abgeworben werden, weil es diese vor Ort bisher nicht gibt. 

Hinzu kommt, dass die Behörden im Westen so manche Vorschrift eher auch einmal großzügiger auslegen als an der boomenden Küste, die sich vor Investoren kaum retten kann. Viele lassen zum Beispiel über die vorgeschriebenen Mindestkapitaleinlagen für Unternehmensgründer mit sich reden. Außerdem gibt es im Westen Grund und Boden – in großen Städten des Ostens immer teurer – auch schon mal kostenlos. 

Zum großen Spezial: China

Vor allem bei der Infrastruktur holt das Landesinnere rasch auf. Die Regierung in Peking sorgt mit viel Geld dafür, dass der Westen seinen größten Nachteil möglichst rasch ausgleichen kann. 

Am meisten Geld investiert die wie Shanghai oder Tianjin der Regierung direkt unterstellte Riesenstadt Chongqing (31 Millionen Einwohner) am Oberlauf des Jangtse. In den nächsten zehn Jahren will die Stadt, die als Hauptstadt der chinesischen Motorradproduktion bekannt ist, 22 Milliarden US-Dollar ausgeben, um damit ihren Flughafen zu erweitern, neue Bahnlinien, Autobahnen und Hafenanlagen zu bauen. „In zehn Jahren sind wir da, wo heute Shanghai ist“, so Vizebürgermeister Huang Qifan. 

Aber nicht nur in Chongqing, überall im Westen sind riesige Bauprojekte für Straßen, Eisenbahnen, Kanäle, Staudämme, Pipelines und Stromleitungen zu besichtigen. 

Ganz oben auf der Prioritätenliste der chinesischen Regierung steht der Straßenbau. Gab es 1988 im ganzen Land gerade mal 18,5 Kilometer Autobahn, so ist das Netz inzwischen schon auf über 16 000 Kilometer ausgebaut worden. Viele Schnellstraßen werden durch Mautgebühren finanziert. In Kürze soll wenigstens schon einmal das Grundgerüst der nationalen Straßenverkehrsinfrastruktur fertig sein: zwei Nord-Süd- und zwei Ost-West-Magistralen durchs ganze Land. Bis 2010 sind insgesamt zwölf solcher Hauptadern geplant. Zubringerautobahnen sollen den wirtschaftlichen Fortschritt bis in den letzten Winkel des Riesenreichs pumpen. 

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