Reisekonzern: TUI lässt Zukäufe prüfen

Reisekonzern: TUI lässt Zukäufe prüfen

von Christian Schlesiger

Der Touristikriese veräußert demnächst seinen Anteil an Hapag-Lloyd. Berater sollen jetzt durchrechnen, wo sich eine neue Investition lohnt.

TUI-Chef Michael Frenzel hat sich Hilfe geholt. Unternehmensberater der Boston Consulting Group sollen den Vorstandsvorsitzenden des Touristikkonzerns darin unterstützen, eine besonders knifflige Aufgabe zu lösen. Noch in diesem Jahr will Frenzel den 38-prozentigen Anteil verkaufen, den TUI an der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hält. Mindestens eine Milliarde Euro soll ihm das Geschäft einbringen. Doch wohin mit dem Geld? 

Favorisiert wurde bisher die Möglichkeit, dass TUI die an der Londoner Börse gelistete TUI Travel zurückkauft, an der der deutsche Reiseveranstalter schon 55 Prozent hält. Doch nun rücken Alternativen in den Vordergrund. Nach Informationen der WirtschaftsWoche aus Konzernkreisen beauftragte der TUI-Chef Boston Consulting damit, alle realistischen Optionen aufzulisten und durchzurechnen — auch den Kauf von Wettbewerbern. Im Fokus könnte die Touristiksparte des Handelskonzerns Rewe stehen, der mit Marken wie Jahn Reisen, Dertour und Meier’s Weltreisen um Pauschaltouristen buhlt und derzeit in Deutschland die Nummer zwei ist. Auch der Erwerb von Anteilen an Thomas Cook komme in die engere Wahl.

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Die Mehrheit dieses börsennotierten Reiseunternehmens befindet sich im Streubesitz. Mit dem Kauf von Mittelständlern in Deutschland könnte TUI vor allem die Konsolidierung des Marktes vorantreiben. Denn Unternehmen wie FTI, Alltours und Schauinsland verhageln den Touristikkonzernen in Deutschland bisher die Marge. Nebenbei soll auch der Kauf eines großen Online-Portals wie Opodo und Expedia durchgespielt werden.

Eile hat Frenzel indes nicht. Für den Verkauf der Hapag-Lloyd-Anteile bieten sich dem TUI-Chef gleich mehrere Möglichkeiten. Den im Frühjahr verschobenen Börsengang der Hamburger Schifffahrtslinie könnte er im Herbst nachholen. Auch ein Verkauf kommt in Betracht. Finanzinvestoren wie der Staatsfonds des Sultanats Oman haben schon offiziell Interesse angemeldet. Wenn aus beidem nichts wird, kann Frenzel das Hapag-Paket zum 1. Januar 2012 dem Hamburger Konsortium Albert Ballin andienen, dem die Stadt Hamburg, Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne, Banken und Versicherer angehören. Das Konsortium besitzt schon 61,6 Prozent der Hapag-Anteile. Den Wert der Reederei würde ein Gutachter bestimmen. Ist Frenzel Hapag-Lloyd dann los, hat er zwei Jahre lang Zeit, sich in Hannover ein Denkmal zu setzen. Der TUI-Aufsichtsrat verlängerte Frenzels Vertrag vor wenigen Tagen bis März 2014 und beauftragte den 64-Jährigen damit, den Konzernumbau persönlich abzuschließen.

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