Reiseportale: Alarmzeichen für Unister-Chef Wagner

KommentarReiseportale: Alarmzeichen für Unister-Chef Wagner

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Unister-Chef Wagner. In acht Jahren schaffte er es vom Startup-Gründer zum Unternehmer mit 700 Mitarbeitern.

Unister-Chef Thomas Wagner und wichtige Führungskräfte gehen getrennte Wege. Das schürt Zweifel, ob sein Geschäftsmodell auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist.

Die Wege von Unister und gleich drei wichtigen Managern des Leipziger Portalbetreibers werden in Zukunft unterschiedliche sein: Hotel-Chef Ullrich Kastner, Travel24.com-Chef Jan Valentin und Flugeinkaufsmanager Thomas Meyer werden das Unternehmen verlassen. Die genauen Hintergründe der Abgänge sind zwar unklar. Doch für Wagner sollten sie mehr als ein Alarmzeichen sein. Denn die Abgänge zeigen, dass Wagners Geschäftsmodell nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. Wer sich reihenweise mit führenden Mitarbeitern überwirft, sollte sich Gedanken machen, ob nicht irgendetwas falsch läuft im Unternehmen. Der Führungsstil von Wagner gilt als autokratisch. Kompetenzen gibt Wagner offenbar nur ungern ab. Auch denkbar, dass bei dem ein oder anderen Abgang moralische Gründen dahinter stecken. Unister genießt in der Reisebranche einen zweifelhaften Ruf. Wagner bewegt sich mit seinem Geschäftsgebaren oft im legalen Graubereich. Durchaus möglich, dass einige Manager den Weg des ständigen Aneckens mit der Branche nicht länger mitgehen wollten.

Unister kassiert Niederlagen

So kassierte Wagner erst diese Woche wieder eine herbe Niederlage. Die Reiseseite fluege.de wird nun gerichtlich gezwungen, bei Buchungsanfragen der Verbraucher Endpreise sofort anzugeben. Die Unister-Tochter weigerte sich dazu bislang, addierte im Laufe des Buchungsprozesses weitere Entgelte. Dem hat das Gericht nun einen Riegel vorgeschoben. Auch das Gütesiegel Holidaytest der Unister-Tochter reisen.de wurde abgemahnt. Das Siegel versprach „geprüfte Gästemeinungen“ und bezeichnete sich als „unabhängiges Gütesiegel der Touristik“. Das Hotelportal Holidaycheck, ein Wettbewerber von reisen.de, erwirkte gleich zwei einstweilige Verfügungen gegen die Seite. Die Aussagen seien irreführend, urteilte das Landgericht München, weil beispielsweise eine Überprüfung der Bewertungen nicht stattfinde. Nun wirbt reisen.de mit „echten Gästemeinungen“. Wagner gerät somit immer stärker unter Druck. Das Image von Unister trägt sicher nicht dazu bei, dass er sofortigen Ersatz für die Abgänge findet.

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