Renault-Deutschland-Chef: "Wir werden mit Elektroautos eine Vorreiterrolle einnehmen"

Renault-Deutschland-Chef: "Wir werden mit Elektroautos eine Vorreiterrolle einnehmen"

von Franz W. Rother

Der Deutschland-Chef von Renault, Achim Schaible, über das Geschäft nach der Abwrackprämie und den Wandel seiner Marke.

Bild vergrößern

Achim Schaible (c) dpa - Bildfunk

WirtschaftsWoche: Renault Deutschland hat den Absatz 2009 um 45 Prozent erhöht. Wie viel trug die Umweltprämie dazu bei?

Schaible: Bei Dacia haben wir 40.000 Autos mehr abgesetzt als geplant. Damit war fast die Hälfte der Verkäufe durch die Umweltprämie initiiert. Bei Renault war der Effekt deutlich kleiner – weil wir in der heißen Phase der Prämie nicht lieferfähig waren. Wir waren auf ein Krisenjahr eingestimmt und hatten die Produktion heruntergefahren.

Anzeige

Dumm gelaufen.

Das kann man wohl sagen. Aber niemand hatte für 2009 eine solch rege Nachfrage prognostiziert. Zwar konnten wir noch etwa 20.000 Renaults mehr verkaufen als geplant. Aber wir hätten sicher die gleiche Zahl noch einmal verkaufen können. Dennoch sind wir mit 45 Prozent deutlich stärker gewachsen als der Gesamtmarkt. Das freut uns sehr.

Auch Ihren Finanzchef? Ist trotz aller Prämien und Rabatte etwas in der Kasse geblieben?

Weil die verkauften Autos meist einfacher ausgestattet waren, lag der Umsatz pro Fahrzeug 2009 etwas unter Vorjahr. Aber das wurde durch das Volumenwachstum mehr als kompensiert. Wir werden unserem Mutterhaus einen ordentlichen Gewinn präsentieren.

Auch mit kleinen Autos kann man guten Profit machen?

Wenn man mit den verkaufsfördernden Maßnahmen nicht übers Ziel hinausschießt. Unsere Dacias verkaufen wir weiterhin ohne jeden Rabatt.

Und wie geht es 2010 weiter?

Wir hätten gerne 4,5 Prozent von einem Pkw-Gesamtmarkt, den wir auf 2,8 Millionen Autos schätzen. Das wären etwa eine Million weniger Neuzulassungen als 2009. Aber für uns ist das keine Katastrophe: Mit dem Volumen hatten wir schon für 2009 geplant.

Ist die Zahl realistisch? Viele Käufe wurden wegen der Umweltprämie vorgezogen.

Nach unseren Schätzungen war 2009 etwa ein Drittel der 500.000 deutschen Neuwagen vorgezogen. Ein anderes Drittel waren Käufe von Menschen, die normalerweise nur Gebrauchte fahren. Und beim Rest sorgte die Umweltprämie für einen Mitnahmeeffekt. Insofern halte ich unsere Planungsgrundlage durchaus für realistisch. Und: Markt kann man auch machen. Es gibt viele Chancen für uns, speziell im Bereich Flotten. Auch die Autovermieter werden wieder stärker in den Fokus rücken.

Aber mit denen machen Sie doch kein Geld.

Stimmt. Das ist ein relativ teurer Absatzkanal. Aber wenn man darüber statt 4000 Renaults wie 2009 im laufenden Jahr 10.000 Autos auf die Straße bringt und sich Gedanken über eine vernünftige Vermarktung der Gebrauchten macht, bleibt etwas hängen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%