Rewe-Touristik-Chef Norbert Fiebig: "Wir haben das Ende der Preisspirale erreicht"

Rewe-Touristik-Chef Norbert Fiebig: "Wir haben das Ende der Preisspirale erreicht"

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Norbert Fiebig

von Christian Schlesiger

Norbert Fiebig, Touristik-Vorstand der Rewe-Gruppe, über Innovationen, neue Marken und die ängstlichen Deutschen.

WirtschaftsWoche: Herr Fiebig, die Arbeitslosigkeit steigt, der Euro schwächelt. Wird 2010 richtig schlimm für die Reisebranche?

Fiebig: Nein. Unsere Marktforschungen zeigen, dass wir wohl die Talsohle durchschritten haben. Am Anfang der Finanzkrise war eine gewisse Handlungsstarre zu beobachten. Die Angst vor Arbeitslosigkeit hat dazu geführt, dass manche Deutschen ihren Urlaub gar nicht und viele später gebucht haben. Inzwischen haben sich die Deutschen daran gewöhnt, mit Unsicherheiten umzugehen. Die meisten haben ja auch nicht weniger Geld in der Tasche als vor einem Jahr.

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Das heißt, Sie sind mit den Buchungen zufrieden?

Ja, wir sind sogar sehr zufrieden. Wir sind zwar schwach gestartet, aber seit Dezember läuft der Motor richtig gut. Für das Sommergeschäft liegen unsere Buchungszahlen über dem Vorjahr, beim Umsatz liegen wir fast gleichauf.

Die Preise sind also abermals gesunken?

Richtig. Wir haben die Preise im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich vier bis fünf Prozent gesenkt.

Geht der Preiskampf noch weiter?

Nein. Ich glaube, wir haben das Ende der Preisspirale erreicht. Wenn wir die Qualität halten wollen, dann ist — von einzelnen Aktionen abgesehen — keine Preisreduzierung mehr möglich.

Sie haben 2009 auf aggressives Wachstum gesetzt und Marktanteile gewonnen. Inzwischen sind Sie die Nummer zwei im Markt. Wie sieht Ihre Strategie aus?

Wir agieren nicht als Preisbrecher, sondern versuchen, buchbar zu bleiben. Während andere Reiseveranstalter 2009 ihre Kapazitäten reduziert haben und auf bestimmten Strecken die Kundenwünsche nicht mehr bedienen konnten, haben wir unsere Kontingente ausgeweitet. Wir setzen diesen Wachstumskurs auch in diesem Jahr vorsichtig fort.

So eine Strategie drückt die Gewinnmargen. Wie teuer haben Sie sich das Wachstum erkauft?

2009 war hinsichtlich des Ergebnisses nicht unser stärkstes Jahr – für die Konkurrenz aber auch nicht. Wir verdienen in der Touristik nach wie vor durchaus unser Geld. Wichtig ist uns aber auch, dass wir unsere Wahrnehmung gegenüber Kunden, Reisebüros und Hoteliers verbessert haben.

Planen Sie Zukäufe?

Nein. Aber wir beobachten aufmerksam, was sich am Markt tut. Wenn es gute Gelegenheiten gibt, sind wir auch in der Lage, zu akquirieren. Unser Ziel bleibt aber gesundes organisches Wachstum.

Wann kommt die Dachmarke für die touristischen Geschäfte von Rewe?

Wir suchen eine übergreifende Marke, die unsere bestehenden touristischen Marken wie ITS, Dertour oder Deutsches Reisebüro ergänzt, nicht ersetzt. So wollen wir gegenüber den Kunden noch stärker sichtbar sein. Aber so etwas muss sensibel vorbereitet werden. Da haben wir nur einen Schuss, und der muss sitzen. Dieses Jahr wird das eher noch nicht kommen.

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