
Der Klinikbetreiber Rhön geht nach einem Gewinnsprung im ersten Halbjahr gestärkt in die Bietergefechte um defizitäre Krankenhäuser in Deutschland. „Wir sind in mehreren Akquisitionsverfahren über stationäre und ambulante Einrichtungen engagiert“, erklärte Rhön-Klinikum in seinem heute veröffentlichten Geschäftsbericht. Angesichts klammer Kassen bei vielen Kommunen sei im zweiten Halbjahr mit mehr Privatisierungen von öffentlichen Kliniken zu rechnen, sagte ein Firmensprecher.
Das fränkische Unternehmen ist auf die Sanierung defizitärer Krankenhäuser spezialisiert und zählt mit Asklepios und der Fresenius-Tochter Helios zu den größten privaten Klinik-Betreibern in Deutschland. Fresenius-Chef Ulf Schneider erklärte am Dienstag, die Zahl von Übernahmezielen in Deutschland sei um die Hälfte auf 15 gestiegen. „Es sind mehrere schöne und große Objekte am Markt“, betonte auch der Sprecher von Konkurrent Rhön-Klinikum, dem im Gegensatz zu Helios im laufenden Jahr bisher noch keine Übernahme geglückt ist.
Klinikbetreiber steckt Belastungen der Gesundheitsreform gut weg
Da der Konzern in seinen bestehenden Krankenhäusern mit 1,15 Millionen Patienten in den ersten sechs Monaten zwölf Prozent mehr Menschen behandelte als vor Jahresfrist, baute er seine Ergebnisse deutlich aus. Der Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, der Überschuss um 18,6 Prozent auf 84,2 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten. Die im MDax notierte Rhön-Klinikum-Aktie legte zum Handelstart 1,5 Prozent auf 16,91 Euro zu. „Die Ergebnisse des ersten Halbjahres zeigen, dass wir uns gut und richtig auf die Herausforderungen der neuen politischen Vorgaben vorbereitet haben“, sagte Firmenchef Wolfgang Pföhler. Krankenhäuser in Deutschland müssen im Zuge der Gesundheitsreform mit weniger Geld auskommen - laut Pföhler werden der Branche durch die neuen Regeln in diesem Jahr 500 Millionen Euro entzogen. Für das Gesamtjahr bekräftigte Pföhler die bisherigen Ziele. Der Umsatz soll demnach auf 2,65 Milliarden Euro steigen, der Betriebsgewinn (Ebitda) auf rund 340 Millionen und der Überschuss auf 160 Millionen Euro.
























