Rockende Knödel : Ein Österreicher in Frankfurt ist deutscher Koch des Jahres

Rockende Knödel : Ein Österreicher in Frankfurt ist deutscher Koch des Jahres

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Gourmet-Koch Mario Lohninger in der Küche des Cocoon Clubs in Frankfurt am Main. Der Restaurantführer "Gault Millau" kürt Mario Lohninger mit seinen drei Restaurants in Frankfurt zum "Koch des Jahres".

von Thorsten Firlus-Emmrich

Der Restaurantführer Gault Millau ehrt den Österreicher Mario Lohninger für seine Arbeit in drei Restaurants.

Auf den Begriff „Bettenrestaurant“, wo man wie die Römer im Liegen speist, wurde das Restaurant Silk im Cocoon Club in Frankfurt oft reduziert – obwohl der Österreicher Mario Lohninger nach seiner Zeit in New York im Silk eine der modernsten Küchen Deutschlands kochte. Nach seinen  Erfolgen in allen maßgeblichen RestaurantfüDer hrern hat ihm das Testerteam der deutschen Ausgabe des Gault Millau nun den höchsten Titel verliehen: Koch des Jahres. Mit 18 Punkten ist er auch nur 1,5 von den Köchen mit den höchsten Benotungen entfernt.

In dem eher kühlen und futuristischen Umfeld loben die Tester um Chefredakteur Manfred Kohnke ausgerechnet die „großen Gefühle“ die seine „sinnliche und tiefgründige“ Kochkunst hervorruft. Von „faunischer Lustbarkeit“ schreibt der Führer und lobt damit ein „samtiges Ricotta-Bonbon“, während das „Eierschwammerlgulasch mit luftigem Briocheknödel einfach nur fetzig rockt.“ Dass letztere Beschreibungen mit der Musik des von Sven Väth gegründeten Cocoon Club nur wenig zu tun haben, mag nur die Musikkritiker und den Gästen stören. Vielmehr korrespondiert die Musik des anwesenden DJs viel mehr mit den Speisen als einem auf das erste Hören gewahr wird. Da alle Gäste gleichzeitig mit dem Menü beginnen, spannen sowohl Küche als auch Musik einen erheblichen Spannungsbogen.

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Strenges Gericht

Den Bogen bescheinigen die Tester auch dem Träger des Titels Menü des Jahres, Klaus Erfort. Der bereits in allen Führern mit Höchstnoten bedachte Saarbrücker überzeugte die Tester mit einem Menü das mit „Herbstlicher Gemüseacker“ beginnt und sechs Gänge später mit „Holunder – von der Blüte bis zur Beere“ endet.

Als Oberkellner des Jahres wurde Ansgar Fischer von der Traube Tonbach geehrt, Aufsteiger des Jahres ist Claus Alboth aus Erfurt, Patissier des Jahres Nadja Hartl aus dem Aqua in Wolfsburg, Sommelier des Jahres Gunnar Tietz vom First Floor in Berlin, Restaurateur des Jahres Fritz Keller vom Schwarzen Adler in Vogtsburg und die beste Kochschule fanden die Tester in Wirsberg beim Alexander Herrmann im Posthotel.

Wie immer richten die gebildeten, mit zahlreichen Fremdworten souverän hantierenden Texter auch streng über das geleistete. Mal sind sie von zu kleinen Fitzelchen auf den Tellern enttäuscht, dann wieder von zu fader Würze.

Dennoch überwiegt das Lob, mehr als 70 Aufwertungen stehen gerade einmal knapp 20 Abwertungen gegenüber.

Besonderen Lesespaß garantieren in dieser Ausgabe die sprachlichen „Amuse Bouche“ genannten Sottisen von Chefredakteur Manfred Kohnke, der an dieser Stelle, feststellt, dass Köchen mit kleinen Restaurants der Mut fehlt, ein Frauenanteil von einem Drittel an Gästen einem Restaurant wirtschaftlich am besten tut, in teuren Wohngegenden das nächste Spitzenrestaurant weit entfernt ist oder sich die Zutaten Trüffelöl, Chili oder Sprüharomen mit dem Titel „Maggi der Moderne“ zieren dürfen. Weiter wertvolle Tipps folgen, so dass für halbe Flaschen das Leben zu kurz sei oder man sich ruhig beschweren solle – je ruhiger, desto erfolgreicher.

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