Rohstoffe: Industrie fordert aktive Rohstoffpolitik

Rohstoffe: Industrie fordert aktive Rohstoffpolitik

von Rüdiger Kiani-Kreß

Ulrich Grillo vom Rohstoffausschuss im Industrieverband BDI hat eindringlich an die Regierung für eine aktive Rohstoffpolitik appelliert. High-Tech-Metalle würden bereits Knapp, weitere Engpässe seien absehbar.

Grillo erwartet, „dass unsere Politiker stärker als bisher Probleme auch bilateral in den Ländern ansprechen.“ Darüber hinaus gelte es, das sowohl die einzelnen Ministerien der Bundesregierung wie das Auswärtigen Amtes, das Wirtschafts- und des Entwicklungshilfeministeriums endlich mit einer gemeinsamen Position auftreten. Grillo, der auch Miteigentümer des gleichnamigen Zink-Verarbeiters in Duisburg ist: „Hier brauchen wir mehr Konsistenz, auch auf europäischer Ebene.“ Bisher gebe es dabei zu viele Gegensätze auf nationaler und europäischer Ebene, die Staaten wie China gegeneinander ausspielten. „Andere Länder sprechen mit einer Stimme und betreiben eine Politik. Das muss uns auch gelingen“, appelliert Grillo. „Bei der Versorgung mit Rohstoffen sitzen alle europäischen Länder in einem Boot.“

Aus Sicht von Grillo drängt die Zeit. „Wir brauchen Lösungen - und zwar rasch.“ Die deutsche Industrie spürt laut Grillo bereits eine zunehmende Knappheit an wichtigen Rohstoffen, vor allem Metallen. „Fast alle Rohstoffpreise sind trotz der Krise schon wieder deutlich angestiegen. Einige Rohstoffe wie die High-Tech-Metalle der sogenannten seltenen Erden werden bereits knapp. Bei anderen wie Chrom oder Platin sind die Engpässe absehbar". Das sei eine große Gefahr für Deutschland. „Wenn wir nichts dagegen tun“, fürchtet Grillo, „schrumpft unsere Industrie mit Millionen von Arbeitsplätzen.“ Am Ende, so Grillo, „sind unser Wohlstand und der soziale Friede gefährdet.“

Anzeige

Verursacher ist China

Als Hauptschuldigen macht der BDI-Rohstoffexperte China aus. „China investiert weltweit Zigmilliarden in Minen oder Hütten, hortet Metalle und behindert den Handel“, kritisiert Grillo. Dass die Welthandelsorganisation bereits ein Verfahren gegen China eingeleitet hat, ist laut Grillo „ein wichtiger erster Schritt“. Es müsse, fordert er, zu einer deutlichen Absenkung der chinesischen Ausfuhrzölle und mehr Wettbewerb führen. „Aber noch ist nicht entschieden. Und so lange ist das Problem akut und setzt die deutsche Industrie unter Druck“, kritisiert Grillo, der auch Miteigentümer des gleichnamigen Zink-Verarbeiters in Duisburg ist.

Durch ein selbstbewussteres Auftreten gegenüber China erwartet Grillo keine Nachteile für Deutschland. „Wir Deutsche brauchen uns nicht zu verstecken. Wir haben eine Menge zu bieten, das die Chinesen gerne hätten, unsere Technologie und unser Wissen. Da müssen wir stärker als bisher sagen, wenn ihr das wollt, müsst ihr uns auch entgegenkommen.“

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%