Roland Berger/Deloitte: Eine Verschmelzung mit vielen Vorteilen

KommentarRoland Berger/Deloitte: Eine Verschmelzung mit vielen Vorteilen

Bild vergrößern

Roland Berger

von Hans-Jürgen Klesse

Die Unternehmensberatung Roland Berger will mit der Consulting-Sparte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte fusionieren. Sinn machen würde das schon - aber noch ist der Deal nicht in trockenen Tüchern. Ein Kommentar von Hans-Jürgen Klesse.

Für die Branche der Unternehmensberater wäre das eine Sensation: Roland Berger, das einzige große Strategie-Consulting-Unternehmen mit deutschen Wurzeln und nach Umsatz hierzulande die Nummer drei nach McKinsey und Boston Consulting, will mit der Beratungssparte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte fusionieren, berichtete das "Manager Magazin".

Der Deal sei so gut wie perfekt und müsse nur noch von den Partnermeetings beider Unternehmen abgesegnet werden. Auch der neue Name steht schon fest: Roland Berger Deloitte Strategy Consultants (RBDSC) soll der neue Stern am Beratungshimmel heißen. Nach Umsatz wäre das fusionierte Unternehmen auf Anhieb die Nummer zwei im internationalen Strategiegeschäft.

Anzeige

Fest steht: Die beiden Unternehmen reden miteinander. Zwar gibt es von Deloitte bislang keine Stellungnahme - die Pressestelle ist vorerst auf Tauchstation gegangen - von Roland Berger werden die Gespräche aber bestätigt. Das Ziel sei, neue Wachstumspotenziale  zu erschließen. Sicher ist auch: Der Markt für Strategieberatung ist weltweit in Bewegung.

Erst wenige Monate ist es her, da verhandelte Booz & Company mit A.T. Kearney über eine Kauf des Unternehmens. Die WirtschaftsWoche hatte schon im Juli darüber spekuliert, dass tiefgreifende Umwälzungen in der Branche bevorstünden und die großen internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bei der Neuordnung des Marktes eine wichtige Rolle spielen könnten: "Die sind schon heute stark im Beratungsgeschäft, haben in ihrem Stammgeschäft kaum noch Wachstumspotenzial, gleichzeitig aber genug Geld, um dazuzukaufen", zitierte die WirtschaftsWoche den Beratungsexperten Dietmar Fink von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.

Auch würde ein Zusammengehen Schwachstellen und Probleme bei beiden Beteiligten auf einen Schlag lösen. Für Berger würde das neue Wachstumschancen auf internationalem Gebiet bringen, wo das Unternehmen bisher eher unterbelichtet ist. Dass die Marke Roland Berger erhalten bliebe, wäre ein weiterer Vorteil für die Münchner. Auch für Deloitte würde der Deal Sinn machen. Zum einen, weil die Fusion eine Sparte abseits der Kernkompetenz stärken würde, zum anderen, weil immer noch nicht ausgeschlossen ist, dass die EU den Wirtschaftsprüfern das Beratungsgeschäft irgendwann demnächst untersagt. Mit der Auslagerung in eine neue Gesellschaft würde Deloitte dieses Verbot aushebeln.

"Restrukturierungsbutze"

 Aber ob da jetzt tatsächlich ein neuer Stern entsteht, oder ob es sich nur um eine schnell wieder verglühende Sternschnuppe handelt, ist trotz aller dafür sprechenden Gründe noch längst nicht ausgemacht. Der größte Unsicherheitsfaktor sind die Partner der beiden Fusionsaspiranten. Wie schnell auch sachlich schlüssige Pläne zu Makulatur werden können, zeigt das Beispiel A.T. Kearney und Booz & Company. Trotz monatelanger Verhandlungen verweigerten die Kearney-Partner ihre Zustimmung: "Die hatten die Stimmung ihrer Gesellschafter völlig falsch eingeschätzt", sagt ein Insider.

Das könnte auch beim Deloitte-Berger-Deal passieren: Zumindest die Deloitte-Partner in Deutschland sind alles andere als begeistert: "Um Gottes Willen, bloß das nicht", schimpft einer von ihnen. Die Kollegen von Roland Berger genießen bei den hiesigen Deloitte-Eignern keinen guten Ruf: Das sei eine "Restrukturierungsbutze", das Niveau der einzelnen Sparten "vorsichtig formuliert sehr unterschiedlich".

Begeisterung klingt anders. 

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%