Roland Koch: Premiere bestanden

KommentarRoland Koch: Premiere bestanden

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Der neue Vorstandsvorsitzende des Baukonzerns Bilfinger Berger, der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch.

von Harald Schumacher

Überraschend souverän präsentiert Roland Koch erstmals die Geschäftszahlen von Bilfinger Berger – aber die entscheidenden Bewährungsproben stehen dem Ex-Politiker an der Konzernspitze noch bevor.

Roland Koch hat seine Premiere bestanden. Erstmals präsentierte der Ex-Politiker die Geschäftszahlen des Bau- und Dienstleistungskonzerns Bilfinger Berger der Öffentlichkeit. Nicht an den Zahlen konnte er scheitern - denn die hatte noch bis Ende des zweiten Halbjahres, um das es ging, Vorgänger Herbert Bodner zu verantworten – aber am eigenen Auftritt. Doch während der einstündigen Telefonkonferenz zeigte Koch keine Blöße. „Ich lese endlos Papier“, sagte der berüchtigte Aktenfresser und hat sich so offenbar bis in den letzten Winkel des vom Bau- zum Dienstleistungskonzern mutierenden M-Dax-Konzerns mit 500 Einzelgesellschaften eingearbeitet.

Koch blieb keine Antwort schuldig

Der Stand der Dinge bei einem Immobilienprojekt in Kiel, die Entwicklung polnischer Bauprojekte ein Jahr vor der Eröffnung der Fußball-Europameisterschaft, die zähe Entwicklung privat finanzierter Projekte für deutsche Kommunen – Koch blieb keine Antwort schuldig auf die Fragen der Journalisten.

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Leicht mache ihm den Einstieg ins für ihn völlig neue Vorstandsamt die Situation von Bilfinger Berger, gab Koch zu: Bilfinger sei ja ein „Unternehmen mit einer hervorragenden Ausgangsposition, in dem man nicht jeden Tag ein neues Loch stopfen muss“. Stimmt. Erst bei den nächsten Bilanz-Pressekonferenzen steht nicht mehr die persönliche Performance Kochs, sondern seine Managementleistung im Fokus.

Top oder Flop?

Findet der Vorstandschefs-Neuling für die angekündigten Zukäufe im Dienstleistungsbereich die richtigen Unternehmen und den richtigen Zeitpunkt? Wie geht er um mit dem wichtigen und korruptionsbelasteten Nigeria-Geschäft, das 2010 immerhin fünf Prozent des Bilfinger-Umsatzes ausmachte? Erzielt er für den noch nicht bezifferten Anteil an der nigerianischen 49-Prozent-Tochter, den er verkaufen will, trotz staatsanwaltlicher Ermittlungen und drohender juristischer Risiken einen angemessenen Preis? Und gelingt es ihm, dem durch Zukäufe zusammen gestückelten Bilfinger-Konzern mit fast 60 000 Mitarbeitern eine Identität zu vermitteln?

Ob der ungewöhnliche Wechsel des Top-Politikers Koch ins Top-Management zum Flop oder zur Erfolgsgeschichte wird - es ist noch lange nicht ausgemacht.

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