Royal Bank of Scotland: Rückkehr zum Kerngeschäft

Royal Bank of Scotland: Rückkehr zum Kerngeschäft

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Die britische Royal Bank of Scotland RBS hat 2008 ein Minus von 24,1 Milliarden Pfund verbucht.

Nach 24 Milliarden Pfund Jahresverlust steht die Royal Bank of Scotland (RBS) vor schmerzhaften Einschnitten: Die Bank muss Unternehmensteile verkaufen, Standorte aufgeben und tausende Jobs streichen.

Die britische Royal Bank of Scotland (RBS) hat im Jahr 2008 ein Minus von 24,1 Milliarden Pfund (rund 27 Milliarden Euro) verbucht und so den höchsten Verlust eines Unternehmens in der Geschichte des Landes erlitten. Der bisherige Minusrekord eines britischen Unternehmens stammt aus dem Jahr 2006. Damals hatte der Mobilfunkkonzern Vodafone einen Verlust von 15 Milliarden Pfund verbucht.

Die schottische Großbank will sich nach dem Rekordverlust auf das Kerngeschäft konzentrieren. In den nächsten Jahren sollen verschiedene Geschäftsbereiche zunächst bankintern ausgegliedert und später verkauft werden – allen voran das Investment-Banking. Zudem will sich RBS aus 36 von derzeit 54 Standorten im Ausland zurückziehen. 20.000 der insgesamt 180.000 Arbeitsplätze könnten den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.

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Staatsgarantie für faule Vermögenswerte

Die mittlerweile verstaatlichte Großbank kündigte heute außerdem an, faule Wertpapiere im Volumen von 325 Milliarden Pfund (363 Milliarden Euro) auf Kosten der Steuerzahler gegen Zahlungsausfall versichern zu wollen. Das britische Finanzministerium hat heute bekannt gegeben, im Rahmen seines Schutzprogramms für Banken deren unsichere Vermögenswerte gegen Ausfälle zu versichern. Die britische Regierung zeigte sich bereit, faule Wertpapiere der Banken bis zu einem Volumen von 500 Milliarden Pfund (560 Milliarden Euro) abzusichern. Diese Vorgehen ist eine Alternative zu der viel diskutierten Auslagerung wertloser oder hochriskanter Anlagen in eine sogenannte „Bad Bank“. Für die staatliche Versicherung wird die RBS nach eigenen Angaben 6,5 Millionen Pfund zahlen und müsste für knapp 20 Milliarden Pfund an Zahlungsausfällen selbst gerade stehen. Im Gegenzug für die staatliche Garantie erklärte sich die RBS bereit, 25 Milliarden Pfund für in der Wirtschaft dringend benötigte Kredite bereit zu stellen.

RBS unter staatlicher Kontrolle

Die RBS steht nach weiteren staatlichen Hilfen praktisch komplett unter der Kontrolle der britischen Regierung. Der neue Chef der einst gefeierten Bank Stephen Hester sagte, der wirtschaftliche Anteil des Staates an der RBS könnte bis auf 95 Prozent steigen. Finanzminister Alistair Darling bestätigte, dass der tatsächliche Einfluss des Staates bei der Bank mehr als 80 Prozent betrage. Streng genommen hält Großbritanniens Regierung 68 Prozent der Stimmrechtsanteile, nachdem der Staat die RBS mit einer Kapitalspritze von 20 Milliarden Pfund vor dem Ruin gerettet hatte.Die Royal Bank of Scotland hatte sich mit einer allzu forschen internationalen Expansion sowie der Teilübernahme der niederländischen Großbank ABN Amro finanziell übernommen.

Trotz des Schwindel erregenden Minus in der Jahresbilanz stieg der Aktienkurs der RBS nach Bekanntgabe der Zahlen im frühen Handel um bis zu 24 Prozent. Die Marktteilnehmer hatten einen noch höheren Verlust befürchtet, nachdem die RBS selbst Verluste von bis zu 28 Milliarden Pfund in Aussicht gestellt hatte. Massive Kritik gab es zuletzt auch wegen des ehemaligen RBS-Chefs Fred Goodwin. Nach seinem Scheitern soll der 50-Jährige ein Ruhestandsgehalt von jährlich 650.000 Pfund beziehen.

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