Rückschlag für Baubranche: Deutsche bauen immer weniger Häuser

Rückschlag für Baubranche: Deutsche bauen immer weniger Häuser

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Die Bauindustrie leidet unter einer sinkenden Nachfrage.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Die Baubranche hofft, mit Hilfe aus dem Konjunkturpaket trotzdem glimpflich durch die Krise zu kommen.

Trübe Aussichten für die Baubranche: Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland ist im Jahr 2008 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. Im vergangenen Jahr wurden knapp 174.600 Bauvorhaben genehmigt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 4,2 Prozent oder gut 7700 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum.

Besonders stark sank die Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern: Die Baugenehmigungen nahmen hier um 6,9 beziehungsweise 6,0 Prozent gegenüber dem Jahr 2007 ab. Nach 406.000 Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 1991 war der Höchststand mit knapp 713.000 Wohnungen im Jahr 1994 erreicht worden.

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Infolge der wenigen Genehmigungen erwartet die Baubranche beim Wohnungsbau für dieses Jahr einen weiteren Umsatzrückgang. Auch der Bau von Gewerbeimmobilien, der sogenannte Wirtschaftsbau, ist inzwischen ins Stocken geraten. Branchenvertreter hoffen, dass durch öffentliche Baumaßnahmen die Einbrüche kompensiert werden können.

Baubranche erwartet 2009 einen Umsatzrückgang

„Beim Neubau von Wohnungen marschieren wir dramatisch am eigentlichen Bedarf vorbei“, warnt Andreas Geyer, Experte beim mittelständischen Zentralverband der Deutschen Bauwirtschaft (ZDB). Mit dem Wegfall der Eigenheimzulage sei der Wohnungsneubau 2007 drastisch eingebrochen, durch die Wirtschaftskrise werde die ohnehin schlechte Lage nun weiter verschärft. Da es immer mehr Single-Haushalte gebe und der Bedarf nach Wohnfläche steige, gebe es bereits mehrere Zehntausend Wohnungen zu wenig, erklärt Geyer.

Der ZDB erwartet für 2009 einen Umsatzrückgang in der Baubranche von real 0,7 Prozent. Die Erwartungen sind laut Geyer gedämpft, weil neben dem Wohnungsbau nun auch im Bau von Gewerbeimmobilien mit deutlichen Rückgängen gerechnet werden müsse. Zwar habe es in diesem Bereich 2008 noch einen starken Anstieg bei den Baugenehmigungen gegeben. „Die Frage ist aber, aus wie vielen Baugenehmigungen dann auch wirklich Auftragseingänge werden. Wir erwarten, dass viele Bauvorhaben verschoben werden“, sagt Geyer.

Alle Hoffnung ruht auf dem Konjunkturpaket

Besser sehe es im öffentlichen Bau aus, den die Bundesregierung mit ihren Konjunkturprogrammen fördert. „Der öffentliche Bau wird neue Aufträge bringen. Das dürfte spätestens im zweiten Halbjahr losgehen. Wir hoffen, dass es noch früher wird“, sagt Geyer. Das Konjunkturprogramm der Regierung sieht Infrastrukturinvestitionen von rund 17 Milliarden Euro vor.

Ungewiss ist allerdings, ob damit die Ausfälle bei den Wohnungs- und Wirtschaftsbauten ausgeglichen werden können. Die Baubranche beklagt, dass viele Kommunen im letzten Quartal 2008 auf die Investitionsbremse getreten sind. „Wir befürchten, dass die Kommunen ohnehin geplante Projekte erst einmal aufschieben und dann später über das Konjunkturprogramm finanzieren“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Michael Knipper. Diese Mitnahmeeffekte würden die Wirkung des Konjunkturpaketes schmälern.

Hoffnung bereitet der Branche die weiterhin gute Nachfrage bei der Gebäudesanierung. „Die staatlichen Förderprogramme wirken hier sehr positiv“, sagt Knipper. Auch in der Wirtschaftskrise haben viele Hausbesitzer weiterhin Interesse an einer energiesparenden Sanierung und Dämmung. Die staatliche Kfw-Bank erteilte im Januar und Februar 12.000 Förderzusagen für derartige Baumaßnahmen. Das waren 2000 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

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