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Rüstung: Heckler & Koch baut Waffenfabrik in Saudi-Arabien

von Henryk Hielscher und Rüdiger Kiani-Kreß

Heckler & Koch hat eine komplette Produktionsanlage für das Sturmgewehr G36 in Saudi-Arabien im Bau. Auch wirtschaftlich sieht sich das Unternehmen auf einem guten Kurs.

Der Schusswaffenhersteller Heckler & Koch (H&K) aus Oberndorf am Neckar forciert das Auslandsgeschäft. „Wir bauen gerade für Saudi-Arabien eine komplette Produktionsanlage auf“, sagte H&K-Inhaber Andreas Heeschen im Interview mit der WirtschaftsWoche. Bedenken, dass die dort produzierten Sturmgewehre vom Typ G 36 in Krisenregionen eingesetzt werden könnten, wies Heeschen zurück: „Saudi-Arabien ist trotz der Fabrik nicht in der Lage, Komplettwaffen zu produzieren, da die technologischen Schlüsselkomponenten aus Oberndorf kommen. Die Gefahr eines verbotenen Reexports durch Saudi-Arabien besteht daher nicht.“

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Heckler & Koch stand bereits mehrfach im Verdacht, gegen die deutschen Ausfuhrbestimmungen für Waffen verstoßen zu haben. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Staatsanwälte gegen Verantwortliche von Heckler & Koch ermitteln. Das Unternehmen soll Waffen in mexikanische Unruheprovinzen geliefert und damit gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben. Dazu erklärte Heeschen gegenüber der WirtschaftsWoche: „Alle Waffen, die an Mexiko geliefert wurden, gingen an eine zentrale Beschaffungsstelle. Die Mexikaner versichern mit Endverbleibserklärung, dass die Waffen gemäß den deutschen Ausfuhrgenehmigungen verwendet werden. Eine direkte Lieferung in bestimmte mexikanische Bundesstaaten ist somit gar nicht möglich.“

Sein Unternehmen sieht Heeschen finanziell solide aufgestellt. „Heckler & Koch ist derzeit 400 bis 450 Millionen Euro wert“ und habe „eine starke Cash-Position aufgebaut“, so Heeschen gegenüber der WirtschaftsWoche. Dadurch ließen sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens „problemlos refinanzieren“. 2011 wird bei Heckler & Koch eine Anleihe über 120 Millionen Euro fällig. 2013 muss Heeschens Holding HKB weitere 210 Millionen Euro für die Rückzahlung eines Darlehens aufbringen.

Vier Hedgefonds hatten in New York Klage eingereicht, um eine vorzeitige Rückzahlung des Darlehens zu erreichen. Das Gericht hat die Klage jedoch Anfang August abgewiesen. „Der Fall ist ein eklatantes Beispiel, wie einzelne Hedgefonds mit absurden Klagen versuchen, die Justiz für ihre Interessen einzuspannen“, so Heeschen. „Wir werden in den USA gegen die vier Hedgefonds und vor allem auch gegen die verantwortlichen Personen Verleumdungs- und Schadensersatzklagen wegen Geschäftsschädigung anstrengen“, kündigte der Unternehmer an. In ihren Schriftsätzen hatten die Kläger behauptet, das Darlehen sei für private Investments in Immobilien, Yachten und Flugzeuge zweckentfremdet worden.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.08.2011, 16:27 UhrAnonymer Benutzer: asdf

    eine schöne Nachricht? - eine absolutistische Monarchie bekommt die Lizenz zur Waffenproduktion und lässt wie an bahrain gesehen gerne auch mal Soldaten ausrücken um die Region zu "stabilisieren"? Dazu noch 200 schwere Kampfpanzer Typ Leopard 2 - Wer sich hier ausschließlich um Steuer oder Arbeitsplatzprobleme grämt übersieht den Wald vor bäumen...

  • 31.08.2010, 19:22 UhrAnonymer Benutzer: P. Meier

    Eine schöne Nachricht! Auch wenn sie Arbeitslplätze in der bananenrepublik Täuschland kostet. Die Gutmenschen und Hoplophobilen werden noch weitere industriezweige aus dem Land vertreiben.

  • 21.08.2010, 17:37 UhrAnonymer Benutzer: Wiwowast

    Mich interessiert nur eines:
    Wird dieses Geschäft wieder aus Steuergeldern subventioniert?

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