Rüstungsbranche: Airbus stellt ersten Militärtransporter A400M fertig

Rüstungsbranche: Airbus stellt ersten Militärtransporter A400M fertig

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Präsentation des A400M Militärtransporters in Sevilla

Zeremonie trotz Problemen: Heute hat Airbus das erste Exemplar des Militärtransporters A400M der Weltpresse präsentiert. Wie die WirtschaftsWoche vor kurzem berichtete, verzögert sich die Auslieferung des Flugzeug um sechs bis zwölf Monate. Trotzdem ist der A400M bereits vor Indienststellung ein Verkaufsschlager, betonte Airbus.

'Für die Airbus-Mutter EADS war es eine schwere und teure Geburt: Fünf Jahre nach dem Programmstart hat Airbus seinen ersten Militärtransporter A400M fertiggebaut. Die Maschine rollte heute aus der Endmontagehalle im spanischen Sevilla. Der zuständige Airbus-Manager Carlos Suárez sprach von einem „bedeutenden Tag für die Industrie“.

Das Flugzeug mit bis zu 37 Tonnen Frachtkapazität soll zum Rückgrat einer angestrebten europäischen Transporterflotte werden. „Dieser Roll-out ist das Ergebnis der gemeinsamen Anstrengungen und des Einsatzes aller, die an diesem Programm beteiligt sind“, sagte Suárez.

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Damit ist eines der EADS-Sorgenkinder nun endlich auf dem richtigen Weg. Ausgestanden sind die Probleme aber noch nicht: Wegen Entwicklungspannen hinkt bislang ehrgeizigste militärische Beschaffungsprogramm in Europa bis zu einem Jahr hinterher. Die Verzögerungen bei der Entwicklung der A400M hatten 2007 das Ergebnis beim Airbus-Konzern EADS mit 1,4 Milliarden Euro belastetet.

Die Erstauslieferung wurde bereits um sechs bis zwölf Monate verschoben. Doch wie die WirtschaftsWoche vor kurzem berichtete, drohen dem Militärflugzeug weitere Verzögerungen. Die Airbus-Mutter EADS muss deshalb mit weiteren Milliarden-Ausfällen rechnen. 

Für Militärgerät ungewöhnlich, entwickelt sich die A400M aber noch vor ihrer Indienststellung zum Verkaufschlager. Bisher wurden 192 Maschinen fest bestellt, davon 180 vom europäischen Beschaffungsamt OCCAR. Der Stückpreis liegt bei 100 Millionen Euro, einschließlich Wartung deutlich darüber.

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Enger Zeitplan für Testflug

Im September soll der erste A400M zu einem Testflug abheben. Aber „der Zeitplan wird immer enger“, räumte Louis Gallois, Chef des Airbus-Mutterkonzerns EADS, in der vergangenen Woche ein.

Im Oktober gab EADS die Verzögerungen von bis zu zwölf Monaten für den Transporter bekannt. Vertragsstrafen könnten den Konzern bis zu 1,4 Milliarden Euro kosten. Beim Startschuss im Jahr 2003 war eine Erstauslieferung an die französische Luftwaffe für Oktober 2009 zugesagt worden. Die Bundeswehr ist mit 60 von insgesamt 192 Bestellungen wichtigster A400M-Kunde.

Neben sieben Auftraggebern aus Europa, darunter die Türkei, wollen auch Malaysia und Südafrika die Maschine anschaffen. Zwtl: Triebwerke werden von vier Firmen gebaut Hauptgrund für die Verzögerungen sind Schwierigkeiten bei der Triebwerksentwicklung. Die Propellermotoren baut ein Joint Venture von Rolls-Royce (Großbritannien), Snecma Moteurs (Frankreich), MTU Aero Engines (Deutschland) und Industria de Turbo Propulsores (Spanien).

Dass Firmen aus vier Ländern allein bei der Produktion der Triebwerke zusammenarbeiten, wird in der Branche als Beispiel für ineffiziente, von nationalen Ansprüchen geprägte Strukturen bei dem europäischen Flugzeugbauer gewertet. Wenn der A400M in Dienst geht, wird er der modernste Militärtransporter und für die Bundeswehr zum Ersatz für die in die Jahre gekommene Transall. Die Maschine ist wegen des Einsatzes von Kunststoffbauteilen leichter als andere Transporter gleicher Größe. Eine elektronische Flugsteuerung und ein automatisches Ladesystem sollen für mehr Sicherheit und eine höhere Einsatzbreite sorgen.

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