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Rundfunkgebühren: Erich Sixt: GEZ-Reform ist laut Gutachten verfassungswidrig

von Peter Steinkirchner

Der Chef von Deutschlands größtem Autovermieter, Erich Sixt, macht weiter mobil gegen die geplante Reform der Rundfunkgebühren. Laut einem Gutachten sei die Reform in Teilen verfassungswidrig und beschere ARD und ZDF Mehreinnahmen von 1,6 Milliarden Euro.

Erich Sixt Quelle: REUTERS
Erich Sixt Quelle: REUTERS

In einem von Sixt beauftragten Gutachten kommt der Leipziger Staats- und Medienrechtsexperte Christoph Degenhardt zu dem Schluss, dass die geplante Reform nicht nur in Bezug auf Mietfahrzeuge, sondern vielmehr auf alle gewerblichen Kraftfahrzeuge in mehreren Punkten verfassungswidrig ist. Etwa deshalb, weil Nutzer von Mietfahrzeugen anders als Betriebsangehörige, die gemeinsam Radio hörten, keine „Empfangsgemeinschaft“ bildeten.

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Zudem handele es sich um einen „Systembruch“, wenn die Gebühr künftig pro Haushalt erhoben werde, bei Mietfahrzeugen jedoch weiter pro Gerät kassiert würde. Dieser Teil der Reform, sagte Sixt in einem Interview auf wiwo.de, der Online-Ausgabe der WirtschaftsWoche, treffe nicht nur Autovermieter, „sondern jeden Handwerker, Rechtsanwalt und alle anderen Freiberufler, die ihr Fahrzeug dienstlich nutzen“. In Deutschland, so Sixt, gebe es offiziell rund 8,4 Millionen gewerblich genutzte Fahrzeuge.

Anhörung in Berlin an diesem Montag

Sixt hat das Gutachten, das der WirtschaftsWoche vorliegt, in den vergangenen Tagen an die Staatskanzleien verschickt. An diesem Montag findet in Berlin eine Anhörung zu der für Januar 2013 geplanten Umstellung der Rundfunkgebühr von einer Geräte- auf eine Haushaltsabgabe statt.

Galt ursprünglich, dass die Umstellung auf die neue Form der Erhebung „aufkommensneutral“ ausfallen solle, fürchtet Sixt ebenso wie zahlreiche Wirtschaftsverbände höhere Belastungen und deutliche Mehreinnahmen für die öffentlich-rechtlichen Sender. Zusammen mit der geplanten, nach Mitarbeitern gestaffelten Betriebsstättenabgabe, der Erhöhung der Mietwagengebühr sowie der zu erwartenden höheren Zahl von Beitragszahlern rechnet Sixt unterm Strich mit bis zu 1,6 Milliarden höheren Gebühreneinnahmen für ARD, ZDF und Deutsche Welle. 2009 kassierten die öffentlich-rechtlichen Sender 7,6 Milliarden Euro allein aus Gebühren.    

12 KommentareAlle Kommentare lesen
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  • 16.01.2011, 12:34 UhrAnonymer Benutzer: Peter

    Ob Klagen hilft, kann ich nicht sagen. Aber die Landesparlamente entscheiden über die Rundfunkstaatsverträge. Also nur die wählen, die das fette System abschaffen wollen. Sicher bilden die vorerst keine Mehrheit, aber der Verlust von Mandaten und damit Einnahmen, das ist die einzige Sprache, die diese Mischpoke und Landespolitikern, "Rundfunkräten", KEF und fett verdienenden intendanten und Direktoren versteht.
    Grundversorgung gibts im internet.
    Die Fernsehanstalten sind längt ein Anachronismus. Das Geld fehlt bei infrastruktur, bildung, Wissenschaft. Aber sie kleben an der Macht und verblöden die Leute durch stundenlanges Krimi-Glotzen.

  • 10.01.2011, 14:52 UhrAnonymer Benutzer: ARD und ZDF im siebten Himmel

    Wir leisten uns den teuersten öffentlichen Rundfunk der Welt, einen Rundfunk der den Zahlern keine Rechenschaft schuldig ist.
    Mit der neuen Haushaltsabgabe wird dem bürger nunmehr noch die letzte Möglichkeit genommen durch Verzicht auf Fernsehgeräte ein fragwürdiges Programmangebot mitzufinanzieren. Ab 2013 werden alle gezwungen jeden blödsinn zu finanzieren. Manche dürfen dafür sogar doppelt und dreifach bezahlen. ARD und ZDF haben das so gewollt, und die Politiker haben es ihnen gegeben. Wie immer wurde das Volk nicht gefragt, aber dafür darf es in der ersten Reihe sitzen. Und damit für ARD und ZDF die Kasse stimmt, wird der bürger nun auch noch mittels Datenbank förmlich ausspioniert und die GEZ darf behaupten was sie will, der bürger muss künftig beweisen, dass die GEZ mit ihren Forderungen im Unrecht ist. Für den öffentlichen Rundfunk opfern die Landesherren also auch noch bereitwillig bürgerrechte und Rechtsstaatlichkeit. Klasse!. Niemand ist aber gezwungen die Politiker zu wählen, die uns diese Suppe eingebrockt haben. Allen voran waren das CDU, CSU und SPD. Wenn sie genügen Stimmen verlieren, werden sie vielleicht wach und dieses unausgewogenen Gesetz wird von den Länderparlamenten gekippt, denn ohne deren Zustimmung kann es nicht in Kraft treten.

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