Rupert Murdoch: "Tag der größten Demut"

Rupert Murdoch: "Tag der größten Demut"

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BSkyB-Chef James Murdoch (links) und sein Vater, News-Corp-Chef Rupert Murdoch bei der Anhörung im britischen Unterhaus

Medienmogul Rupert Murdoch entschuldigte sich gestern vor dem Parlament. "Wir haben das Vertrauen unserer Leser gebrochen", sagte er. Gewusst habe er von den Abhörmethoden nichts. Heute muss Premier Cameron vor den Ausschuss.

Medienmogul Rupert Murdoch ist in Großbritannien nicht mehr unantastbar, die Stimmung gegen ihn ist negativ. Während seiner Befragung wurde er von einem Angreifer mit Rasierschaum beworfen. Murdoch und sein Sohn James entschuldigten sich zu Beginn der Befragung beim Parlament, weil sie das Vertrauen der Leser gebrochen hätten. "Das ist der Tag der größten Demut in meinem Leben", sagte Murdoch. Als er erfahren habe, dass das Handy eines jungen Mordopfers durch "News of the World"-Journalisten abgehört wurde, sei das die schlimmste Erfahrung seiner Karriere gewesen. Persönliche Verantwortung übernahmen jedoch weder der Senior noch der Junior.

Den Falschen vertraut

Die "News of the World" habe innerhalb der Murdochschen News Corporation nur einen ganz geringen Teil ausgemacht. Was bei der Zeitung passiert sei, sei gar nicht zu Murdoch vorgedrungen, sagte dessen Sohn. Man habe die Affäre nach Bekannt werden "schnell und transparent" behandelt, sagte Murdoch. Er sehe es außerdem weiterhin als seine Aufgabe, bei den Ermittlungen zu helfen. Am Ende seiner Befragung verlas der Medienmogul eine Stellungnahme, in der es hieß, dass er noch nie so wütend und beschämt gewesen sei, wie in diesem Fall. Er habe den falschen Leuten vertraut.

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Murdochs Managerin und ehemalige Chefredakteurin von "News of the World", Rebekah Brooks, musste ebenfalls vor den Ausschuss. Sie war am vergangenen Freitag als Vorstandschefin der Zeitungsholding News International zurückgetreten. Brooks sagte aus, nichts von den illegalen Abhörmethoden gewusst zu haben. Sie gab allerdings zu, dass die Affäre schneller hätte aufgearbeitet werden müssen. Heute Nachmittag wird der gestern von einer Afrikareise zurückgekehrte Premierminister David Cameron aussagen müssen. IIhm wird vorgeworfen, Brooks Nachfolger zum Regierungssprecher gemacht zu haben, nachdem dieser wegen der Abhörskandale seinen Posten abgegeben hatte. Außerdem soll er sich erstaunlich oft mit Brooks getroffen haben.

News Corp geht gestärkt aus dem Skandal hervor

Murdoch Senior betonte mehrmals, wie geschockt und erschüttert er über die Abhörmethoden bei seiner Zeitung gewesen sei. Er bedauere die Aktionen zutiefst. Zugleich machte er aber deutlich, dass er derartiges Verhalten nie toleriert» habe. "Es hat bei News Corporation keinen Platz", sagte er.

Um das Ansehen seines Medienkonzerns mache er sich keine Sorgen. Die News Corp werde gestärkt aus der Affäre hervorgehen. Er vertraue darauf, "dass wir uns zu einem stärkeren Unternehmen entwickeln werden", sagte Murdoch am Mittwoch in einer Botschaft an seine Angestellten.

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