Hohe Reputation für Deutsche
„Die deutschen Hersteller genießen eine hohe Reputation“, stellt Berater Bernnat fest. „Wegen fehlender Spionageaktivitäten wird eine Neutralität angenommen, die deutsche Unternehmen zu einem verlässlichen Partner machen.“
Experten wie Bernd Kowalski, Abteilungsleiter beim Bundesamt für Sicherheit in Informationstechnik, wollen deshalb Leuchtturmprojekte mit Hochsicherheitstechniken schaffen, die weltweit für Aufsehen sorgen. Eine Idee könnte sein, rund um den elektronischen Personalausweis einen Verbund mit den dort engagierten Firmen aufzubauen, damit sich dort eingesetzte Sicherheitstechniken besser ins Ausland verkaufen lassen. „Beim elektronischen Personalausweis nimmt Deutschland eine weltweite Führungsrolle ein“, sagt Kowalski. Diesen Trumpf könne man ausspielen.
Mit dem Einstieg der Russen bei Infineon wäre solch eine Initiative zum Scheitern verurteilt. Für die deutsche Spionageabwehr wäre das der Offenbarungseid, fürchten Sicherheitsexperten. Die bislang so tadellose Reputation bekäme empfindliche Kratzer.
Denn über Sistema hätten auch russische Geheimdienste Zugriff auf die geheimen Codes des neuen Sicherheits-Chips, die im elektronischen Personalausweis zum Einsatz kommen sollen. Erst kürzlich hat der Konzern neue Halbleiter vorgestellt, die Daten nicht mehr im Klartext, sondern verschlüsselt verarbeiten. Selbst wenn Hacker in das System eindringen, bekommen sie nur kryptische, also unleserliche Datenreihen zu sehen.
Von November an geben die Einwohnermeldeämter die ersten elektronischen Personalausweise aus. Spätestens dann, sagen Sicherheitsexperten, wollen auch ausländische Geheimdienste im Besitz des Entschlüsselungscodes sein. Infineon unter der Aufsicht von russischen Anteilseignern könnte den Moskauer Agenten einen Vorsprung verschaffen.














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Alle Kommentare lesen07.07.2010, 19:00 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
@Aslan: hmm, was ist schon "rational". ich stimme ihnen zu,
ob USA jetzt in jedem Falle bevorzugt werden sollten, hängt von der jeweiligen Problemstellung ab. ich beobachte jedoch in meinem Umfeld (Unternehmen, Dax-Vorstände, MDAX-Manager, etc.) einen ungesunden Hang zu Diktaturen. beim Thema "China" werden manche zappelig vor begeisterung. Putin ist "lupenreiner Demokrat", und mit reichen Russen (also mit Putin's Mafia, um es brutalst zu formulieren) will jeder ins Geschäft kommen (zum eigenen Verderben, in der Regel). Mir kommen diese ungesunden Emotionen ebenfalls irrational vor. inzwischen hat es sich eingebürgert, bei jeder Russland-Kritik direkt auf die USA zu verweisen mit der begründung "die machen es doch auch". ich behaupte aber nicht, die USA seien ein Land voller frommer, friedlicher Ur-Christen. inzwischen sogar weniger als je zuvor. Andernfalls kenne ich das Leben in Osteuropa vor der Wende, und wenn die USA nicht da gewesen wären, würden Sie und alle anderen auch genau wissen, wie es war: nämlich unbeschreiblich bescheiden. Wie gesagt, womöglich haben sich die Gewichte inzwischen verschoben, aber dass Russland aus der bösewicht-Ecke herauskommt und jemals eine wirklich faire Partnerschaft anbieten, das glaube ich nicht im Geringsten. Die russische Elite denkt nicht im "business" - sie denkt in der Dimension geopolitischer Machtstrategien und ausbeuterischer Eroberungen. Warum die gleiche Garde, die diese Denke in der Sowjetunion verherrlichte, sich nun auf einmal "weiterentwickelt" haben soll, entzieht sich einfach meiner Vorstellungskraft.
Da letztens Na7i-Vergleiche populär sind: stellen Sie sich vor, G0ebbels und H1mmler haben den Krieg überlebt und arbeiten nun im innen- bzw. Außenministerium auf höchsten Posten. Würden Sie dem Pack trauen?
07.07.2010, 14:05 UhrAnonymer Benutzer: Aslan
Egal wie man es betrachtet, die Klischees bleiben noch lange haften. Man möchte auch nicht betreiten - in Russland herrschen zum Teil andere Konditionen wenn es um business-Launching geht. Trotzdem mit so einer Skepsis wird man nichts erreichen. Die Russen modernisieren sich wieder, und wollen entsprechend wahrgenommen werden. ich stehe weder auf Russland's seite noch auf der Seite von Amerika, muss aber gestehen, finde diese Aussagen, dass man Amerika als businesspartner oder auch als Reisedestination eher vorzieht, einfach nur obsolet und nicht gerade rational.
07.07.2010, 11:20 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt
@Aslan: "mmer wieder ließt man Negatives, über die Länder, die östlich von Deutschland liegen." Gerade diese Aussage wirft alle Länder in einen Sack. Da muss man aber unbedingt differenzieren. Russland ist aus völlig anderen Gründen (und in vielen Fällen eben zurecht) in Verruf als Polen oder Tschechen. Wir reden hier generell über RUSSLAND und nicht über Osteuropa, und das möchte ich gerne hervorheben.