Russland: Die Pläne des russischen Facebook-Investors Milner

Russland: Die Pläne des russischen Facebook-Investors Milner

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Facebook-Investor Milner

Der Russe Juri Milner hat im Jahr 2007 in Facebook investiert - und damit Facebooks Bewertung kräftig nach oben getrieben. Was er mit seinem Investment bezweckt.

Juri Milner ist neuerdings öfter in New York als in Moskau. Denn der Chef von Digital Sky Technologies (DST) ist in nationaler Mission unterwegs: Er steigt bei westlichen Internet-Firmen ein, um mit deren Know-how den russischen Markt aufzurollen.

Mittlerweile hat der 48-Jährige rund eine Milliarde Dollar in gut zwei Dutzend E-Firmen rund um den Erdball gesteckt. Bekannt wurde er mit dem Facebook-Einstieg im Oktober 2007. Den Wert des sozialen Netzwerks bezifferte Milner damals mit stattlichen 15 Milliarden Dollar, obwohl Facebook wegen überbordender Kosten für die Technik und fehlender Werbeeinnahmen zweifellos Verluste einfuhr.

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Mittlerweile hat DST den Facebook-Anteil auf rund 3,6 Prozent erhöht, Tendenz steigend. „Ich sehe Facebook eher als Finanzinvestition“, sagt Milner dazu nur knapp. „Wir schauen uns auf der ganzen Welt nach spannenden Internet-Investitionen um.“ Facebook, stapelt Milner tief, sei nur ein Baustein von vielen.

"Ich bin nur ein Investor"

Aber ein wichtiger. Natürlich will Milner mit seinem Investment Profit machen: „Es gibt viele Möglichkeiten, mit Facebook Geld zu verdienen: nicht nur mit Werbung, sondern auch, indem Sie die Nutzer für Spiele oder Anwendungen mit speziellen Inhalten zahlen lassen. Aber fragen Sie da mal den Zuckerberg, ich bin nur ein Investor.“

Milner spricht nicht gern über Facebook, sondern lieber über die Kommunikationsplattform ICQ, die er vor Kurzem dem US-Internet-Riesen AOL zum Schnäppchenpreis von 140 Millionen Euro abgekauft hat. Oder über seine russischen Web-Seiten wie den in Osteuropa marktbeherrschenden Nachrichtendienst Mail.ru. Russland, sagt Milner stolz, sei im Internet neben den USA und China „absolut konkurrenzfähig“. Er will nicht ausschließen, dass er eines Tages einen russischen IT-Konzern gründet, der mit dem geballten Know-how seiner Beteiligungen auf den Weltmarkt marschiert: „Vielleicht gelingt uns in Russland der Aufbau eines besseren Internet-Unternehmens.“

Kometenhafter Aufstieg

Der glatzköpfige Mann mit dem Spitzbubenlächeln hat bereits in den Neunzigerjahren einen kometenhaften Aufstieg hingelegt: Mit 34 Jahren saß er im Top-Management der Menatep-Bank, die das Vermögen von Michail Chodorkowski hortete. Von jenem Ölbaron, der sich dann mit dem damaligen Staatschef Wladimir Putin anlegte und im Gefängnis landete, hat sich Milner rechtzeitig distanzieren können.

Seitdem nutzt er die Erfahrungen mit feindlichen Übernahmen und Restrukturierungen, die er als Chef der Investmenttochter von Menatep gesammelt hat. Als Milner Mail.ru kaufte, brachte er das Unternehmen mit Holzhammermethoden auf Kurs: Am ersten Arbeitstag setzte er vier Fünftel der Mitarbeiter vor die Tür.

Für seinen Feldzug ins E-Zeitalter hat sich Milner potente Verbündete gesucht: Neben dem kremlnahen Oligarchen Alischer Usmanow sowie den Investmentbanken Goldman Sachs und Renaissance-Capital lässt er sich seine Zukäufe neuerdings auch vom chinesischen IT-Konzern Tencent finanzieren. Die Einkaufstour hat gerade erst begonnen.

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