RWE: Jürgen Großmann kritisiert Atomausstieg

RWE: Jürgen Großmann kritisiert Atomausstieg

RWE-Chef Großmann musste sich bei der Hauptversammlung einiges gefallen lassen. Die Aktionäre kritisierten ihn dafür, dass er sich an die Atomenergie klammere. Im Gegenzug übte er heftige Kritik an der Regierung.

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RWE-Chef bleibt noch bis Herbst 2012 im Amt. Foto: dpa

Bei der Hauptversammlung des Energieriesen RWE in Essen verteidigte Jürgen Großmann seinen starren Atomkurs. Die rund 5000 Aktionäre jedoch tendierten in der Mehrheit zum Atomausstieg und kritisierten ihn. Schon vor Beginn der Versammlung postierten sich Atomgegner vor der Halle und hinderten die Aktionäre mit Sitzblockaden am Betreten der Halle. Die Rede des Großmanns wurde mehrfach von „Abschalten“-Rufen unterbrochen. Letztlich wurden die Demonstranten aus dem Saal entfernt. Laut Medienberichten hätten sich schon im Vorfeld der Hauptversammlung kommunale Aktionäre bei Großmann über dessen Atomkurs beschwert. Ein Sprecher von RWE bestätigte diese Berichte jedoch nicht.

Kritik an Regierung

Der Konzernchef ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und betonte, dass RWE an einer konstruktiven Lösung interessiert sei. Er sagte jedoch auch, dass es trotz des Unglücks in Fukushima keinen Grund gebe, die deutschen Kraftwerke abzuschalten. Sie erfüllten die Sicherheitsbestimmungen. RWE war der einzige Energiekonzern, der gegen das Atommoratorium der Regierung klagte. "Die Klage ist weder eine Kampfansage an die Politik, noch wollen wir die Menschen brüskieren, die sich ernsthaft sorgen", sagte er. Die Regierung solle lediglich erst prüfen und dann abschalten. Die geplante Energiewende würde mit einem dreistelligen Milliardenbetrag zu Buche schlagen, was Merkel und Co. nicht bedächten. Er warf ihnen deshalb vor, sich mehr darauf zu konzentrieren, die Schadenersatzforderungen der Versorger zu vermeiden, als sich um den volkswirtschaftlichen Schaden zu kümmern.

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Umsatzprognose korrigiert

Des Weiteren musste Großmann die erst im Februar gestellte Umsatzprognose korrigiert werden. Durch die Abschaltung in Biblis stünden derzeit 44 Prozent der installierten Leistung aus Atomkraft still. Mittelfristig hält es der Konzern für möglich, von steigenden Strompreisen durch den Atomausstieg zu profitieren.

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