
Bisher hat der Energiekonzern RWE seine Telekommunikationsaktivitäten eher verheimlicht. Nur die wenigsten wissen, dass an vielen Hochspannungsmasten schon Glasfaserleitungen hängen. Sie dienten zur „internen Verarbeitung von Prozessdaten“, heißt es offiziell. Jetzt will RWE das Netz allerdings bis in die Haushalte verlängern – auch unterirdisch. Neben den Rohren für Wasser, Strom und Gas will das Unternehmen Glasfaserkabel vergraben.
Normalerweise wäre das zu teuer, denn RWE ist als Energie- und Wasserversorger für Privathaushalte vor allem in ländlichen Regionen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aktiv. Doch der Trend zu intelligenten Stromnetzen, die auch den von Haushalten selbst produzierten Strom erfassen und Verbrauchsdaten auswerten, zwingt zum Umdenken. „Da, wo wir bauen, verlegen wir künftig auch Leerrohre für Lichtwellenleiter, wo es wirtschaftlich ist“, sagt Joachim Schneider, Vorstand der RWE-Tochter RWE Rheinland Westfalen Netz.
Bestandsaufnahme im Herbst
Zeitgleich will er Pilotprojekte mit Landkreisen vorziehen, die noch keinen schnellen Internet-Anschluss haben. Im Spätherbst will RWE eine Bestandsaufnahme vorlegen, in welchen Landkreisen das Unternehmen solche Versorgungslücken schließen kann. Eine entsprechende Grundsatzvereinbarung mit dem Land Rheinland-Pfalz hatte der Konzern bereits im Mai für die unterversorgte Eifel unterschrieben. Nun könnten bald Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen folgen.













