Sal. Oppenheim: Ende einer Ära

Sal. Oppenheim: Ende einer Ära

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Eine Filiale der Deutschen Bank gegenüber von der ehemaligen Zentrale der Privatbank Sal. Oppenheim in Köln

von Andreas Toller

Die einst größte Privatbank Europas Sal. Oppenheim jr. & Cie. wird an die Deutsche Bank verkauft und verliert ihre Unabhängigkeit. Die Alteigentümer sollen aber an Bord bleiben.

Jetzt ist es offiziell: Die Deutsche Bank verleibt sich die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim für mehr als eine Milliarde Euro ein. Der deutsche Branchenprimus baut mit der Komplett-Übernahme der 220 Jahre alten Traditionsbank sein schwächelndes Geschäft mit vermögenden Kunden aus, wie beide Institute gestern mitteilten. Der Rahmenvereinbarung zufolge können sich die Alt-Eigentümer von Sal. Oppenheim aber wieder mit bis zu 20 Prozent am Kern des Instituts – der Betreuung reicher Privatkunden – beteiligen.

Damit müssen die rund 40 Familiengesellschafter nach hohen Verlusten die Unabhängigkeit der vor wenigen Jahren von Köln nach Luxemburg umgezogenen Bank opfern. In Bedrängnis war das Geldhaus mit 4400 Mitarbeitern unter anderem durch Beteiligungen an Krisenfirmen wie dem mittlerweile insolventen Handelskonzern Arcandor geraten. Um die hoch sensiblen reichen Kunden zu halten, sollen „Marke, Werte, Identität und Kultur“ von Sal. Oppenheim erhalten bleiben.

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Eigentümerfamilien sollen beteiligt bleiben

Die Vermögensverwaltung ist das Kernstück von Sal. Oppenheim, für das sich die Deutsche Bank interessiert. Dieser Geschäftsbereich soll „unter der etablierten Marke der traditionsreichen Privatbank weitergeführt und ausgebaut“ werden, wie die Bank mitteilte.

Das zweite Standbein von Sal. Oppenheim, das Investmentbanking, soll dagegen so schnell wie möglich verkauft werden. Er hoffe darauf, dass der Verkauf der Sparte noch vor dem Abschluss der Übernahme gelinge, sagte Finanzchef Stephan Krause. Die Alteigentümer von Sal. Oppenheim sollen mit bis zu 20 Prozent nur noch am Kern der Traditionsbank - dem in Köln angesiedelten Geschäft mit vermögenden Kunden - beteiligt bleiben.

Verkauf in Einzelteilen

Die erst vor wenigen Jahren aus Steuergründen gegründete Holding in Luxemburg, an der unter anderem die Frankfurter BHF-Bank hängt, fällt hingegen zu 100 Prozent an die Deutsche Bank. „Das Geschäft läuft gut“, sagte Krause. Der Verkauf solle im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden.

Sal. Oppenheim ist mit Abstand die größte Übernahme in der Vermögensverwaltung in Europa in diesem Jahr. Experten veranschlagen die möglichen Kosteneinsparungen in Verwaltung und Abwicklung auf 150 Millionen Euro. Für die Luxemburger Holding einschließlich der Frankfurter BHF-Bank zahlt die Deutsche Bank eine Milliarde Euro, möglicherweise auch in eigenen Aktien. Daneben kauft sie den Alt-Gesellschaftern der Privatbank für 300 Millionen Euro die Private-Equity-Sparte Sopep und BHF Asset Servicing ab, deren Geschäft in der Verwahrung von Wertpapieren besteht. Beide Sparten sollen rasch weiterverkauft werden - wie auch die Investmentbank-Sparte, die Sal. Oppenheim 2008 hohe Verluste eingebrockt hatte. Als Käufer für BHF Asset Servicing ist Kreisen zufolge deren langjähriger Partner Bank of New York Mellon im Gespräch.

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