Sal. Oppenheim: Ende einer Ära - Seite 2

Sal. Oppenheim: Ende einer Ära

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Nummer eins bei vermögenden Privatkunden

Der Schriftzug der Privatbank Quelle: AP
Der Schriftzug der Privatbank Sal. Oppenheim am Eingang der Bank in Köln Quelle: AP

„Zukünftig wird sich Sal. Oppenheim auf das Kerngeschäftsfeld der Vermögensverwaltung konzentrieren“, hieß es. Die Deutsche Bank interessiert sich nur für das Geschäft mit vermögenden Privatkunden, in dem Sal. Oppenheim rund 135 Milliarden Euro verwaltet. In diesem Bereich würde das Frankfurter Institut mit dann 300 Milliarden Euro verwaltetem Geld zur Nummer eins in der Euro-Zone aufsteigen. „Mit der Übernahme des renommierten Privatbankhauses bauen wir unser Vermögensverwaltungsgeschäft in Europa, besonders in Deutschland, deutlich aus“, sagte Vorstandschef Josef Ackermann. Zu Jahresbeginn schrieb die Deutsche Bank hier rote Zahlen. Die Frankfurter wollen sich auch in die Verhandlungen von Sal. Oppenheim zum Verkauf des Investmentbankings einschalten. An der Sparte interessiert ist die australische Macquarie Bank. Mit einem Verkauf der Sparte mit einem Wert von rund 300 Millionen Euro wird in den kommenden Wochen gerechnet.

Verkaufspreis könnte noch steigen

Allerdings könnte der Preis für Sal. Oppenheim noch steigen: Die Altgesellschafter könnten der Vereinbarung zufolge einen Nachschlag von der Deutschen Bank erhalten, wenn das Geschäft sich besser entwickelt als erwartet. Entscheidungen über Personalien stehen noch aus. Von den vier persönlich haftenden Gesellschaftern dürfte Kreisen zufolge aber nur einer noch eine Rolle spielen: Christopher Freiherr von Oppenheim soll für Kontinuität sorgen. Seine Rolle ist aber noch nicht ausgemacht. Ob sich alle Familienstämme gleichermaßen an der Bank beteiligen wollen, ist ebenfalls offen.

Sal. Oppenheim steckt in der schwersten Krise der Firmengeschichte. Die Eigentümerfamilien hatten im Frühjahr 200 Millionen Euro frisches Kapital nachgeschossen, nachdem die Bank 2008 erstmals in der Nachkriegszeit Verluste geschrieben hatte. Einem weiteren Kapitalbedarf konnten sie Finanzkreisen zufolge nicht mehr nachkommen, weil einige Gesellschafter für einen 300 Millionen Euro schweren Kredit der Bank an die Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz gebürgt hatten. Daher musste im August die Deutsche Bank zu Hilfe eilen. Sie gewährte den Gesellschaftern insgesamt 650 Millionen Euro an Krediten, von denen 300 Millionen in die Bank flossen. Der Kapitalverzehr für die Deutsche Bank hält sich in Grenzen - wenn das kapitalintensive Investmentbanking verkauft werden kann. „Wir fühlen uns weiter gut kapitalisiert“, betonte Finanzchef Stefan Krause. Bei den Aktionären muss sie sich dafür Experten zufolge kein frisches Geld beschaffen. Die Kernkapitalquote soll durch die Übernahme bis zum Abschluss des Kaufs im ersten Quartal 2010 nur auf rund elf Prozent sinken. Ende des dritten Quartals waren es 11,7 Prozent.

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6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 30.10.2009, 23:12 UhrAnonymer Benutzer: Weiser Salomon

    Tut mir leid Joe: Aber der Kauf von Oppenheim ist ein dicker Fehler. Die Summe der Vermögen, die Oppenheim verwaltet, wird eine Fata Morgana sein. Die meisten werden nach dem Desaster und den Aussichten eh das Weite suchen. Wahrscheinlich war der Kauf eine Art Subvention für die Edelleute mit dem guten Pferdegeschmack.

  • 30.10.2009, 23:06 UhrAnonymer Benutzer: Profit

    Graf von Krokow ist einer der unfähigsten Manager in Deutschland, und das will schon was heißen. Dieser Edelmann kannte sich doch wohl vor allem beim Rotwein und beim Whiskey aus. Daß niemand da war und die Reißleine gezogen hat... Kommt einem bei deutschen Unternehmen irgendwie bekannt vor. Ackermann hat doch wohl nicht vor, diese Oppenheim-Sippschaft weiter in dem Unternehmen walten zu lassen ?!

  • 30.10.2009, 15:54 UhrAnonymer Benutzer: Jeanette

    Als Anwältin bin ich mir völlig sicher, daß die staatsanwaltlichen Ermittlungen noch zu wirklich sensationellen Erkenntnissen im bermuda-Dreieck Oppenheim-Esch-Arcandor/Middeldorf führen werden. Hier sind offensichtlich auch erhebliche Straftatbestände in Mittäterschaft erfüllt.

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