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Salamitaktik: Wie Porsche die VW-Übernahme verfolgte und scheiterte

von Martin Seiwert

Nur scheibchenweise hat Porsche die geplante Übernahme von Volkswagen eingeräumt. Eine Übersicht über die wichtigsten Schritte und Aussagen und wie das Unternehmen dabei scheiterte.

Porsche-Chef Wendelin Quelle: AP
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking: Zum richtigen Zeitpunkt an VW angeschlichen Quelle: AP
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25.9.2005 Porsche kündigt an, sich mit rund 20 Prozent des stimmberechtigten Kapitals an Volkswagen zu beteiligen.

7.10.2005 Porsche: „Wir werden Volkswagen nicht beherrschen.“

9.12.2005 Porsche-Chef Wiedeking: „Wir wollten in der Tat größter Aktionär werden und sind es auch geworden. Aber wir kontrollieren das Unternehmen nicht.“

30.1.2006 Porsche-Finanzvorstand Härter: „Nach aktuellem Entscheidungsstand wird Porsche nicht über eine Beteiligung von 22 Prozent hinausgehen.“

15.11.2006 Der Porsche-Aufsichtsrat hat den Vorstand ermächtigt, die Beteiligung an Volkswagen auf bis zu 29,9 Prozent auszubauen.

17.11.2006 Porsche-Kommunikationschef Hunger: „Es bestehen derzeit definitiv keine Absichten, den Anteil von Porsche an VW auf 30 Prozent oder darüber aufzustocken“

24.3.2007 Der Aufsichtsrat von Porsche ermächtigt den Vorstand, die Beteiligung an Volkswagen von derzeit 27,3 Prozent auf bis zu 31 Prozent der Stammaktien zu erhöhen.

26.3.2007 Porsche-Chef Wiedeking auf die Frage, warum er VW schlucken wolle: „Langsam, langsam. Dieses Ziel verfolgen wir aktuell nicht.“

27.7.2007 Porsche-Finanzvorstand Härter: „Wir haben uns einige Optionen gesichert, um bei Bedarf unseren VW-Anteil weiter aufstocken zu können. Damit sind wir auf alles vorbereitet“.

9.11.2007 Handelsblatt: Der Coup war für Wiedeking ein „Schachspiel“, das alle irritierte, „die unsere vorgedachten Züge nicht kannten“.

3.3.2008 Der Porsche-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für die Erhöhung der Beteiligung an der Volkswagen AG auf über 50 Prozent.

10.3.2008 Porsche: „Die Porsche Automobil Holding SE weist Medienberichte zurück, wonach das Unternehmen beabsichtige, seinen VW-Anteil auf 75 Prozent aufzustocken.“

26.10.2008 Porsche: „Zielsetzung ist, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, im Jahr 2009 auf 75 Prozent aufzustocken und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag frei zu machen.“

8.3.2009 Porsche-Chef Wiedeking: „Unser Ziel ist es, 75 Prozent an Volkswagen zu erwerben. Daran halten wir fest.“

20.4.2009 Immer lauter wird über Finanzierungsprobleme bei Porsche diskutiert: hat sich das Unternehmen mit seinem Coup übernommen? 

22.4.2009 Manager Magazin: Porsche hat Finanzierungsprobleme und sucht nach einem Investor. Auch die Verschmelzung mit VW in einer Holding werde diskutiert

2.5.2009 Spiegel: Die Finanzierungslücke bei Porsche ist noch größer als bekannt, die Optionsgeschäfte zur VW-Übernahme summieren sich auf 57 Milliarden Euro. Milliardenabschreibungen drohen.

6.5.2009 Beim Treffen der Eigner wird die „Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns“ aus Volkswagen und Porsche beschlossen.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.05.2009, 16:49 UhrAnonymer Benutzer: Porsche Fahrern

    VW als Teil von Porsche, geht gerade so, Porsche bei VW ein Schlag ins Gesicht aller Porsche Fahrer und Aktionäre, wir suchen uns ein neues Produkt das zu uns passt.

  • 11.05.2009, 15:00 UhrAnonymer Benutzer: Danile

    Ob der “lange Weg zum neuen Autogiganten” tatsächlich vorteilhaft ist, darf aus guten Gründen bezweifelt werden. So müsste das Management zeigen, dass die aus der Fusion resultieren economies of scale (Vorteile durch Größe bzw. Skaleneffekte) und economies of scope (Verbundeffekte) deutlich über den Transaktionskosten der Fusion und vor allem über den in der Folge viel höheren Agency Kosten (siehe dazu Literaturhinweise) liegen. Gerade die Agency Kosten stellen bei Fusionen ein herausragendes Problem dar, weil die Steuerung von Unternehmen in dieser Größenordnung, mit unterschiedlichen Unternehmenskulturen und ausgeprägten Eigeninteressen der Manager sehr hohe Ressourcen erfordert. Zweifel an der Vorteilhaftigkeit müssen vor allem erlaubt sein, weil für ein Unternehmen dieser Größenordnung wieder das “to big to fail” gilt mit den bekannten Folgen.

    Hier noch mehr:+

    http://www.sharewise.com/news_articles/5939-businessblick

  • 10.05.2009, 14:55 UhrAnonymer Benutzer: Bond

    Porsche hat sich mit der geplanten VW-Übernahme verzockt und ist pleite. Das ist die Realität. Ohne 75 % und ohne Fall des VW Gesetzes ist eine Übernahme völlig unrealistisch. Kein Finanzinvestor macht eine solche Dummheit. im Ergebnis ist die geplante Fusion falls sie zustande kommen sollte ein Verkauf von Porsche an VW. Fusion klingt halt besser. Die Köpfe werden noch rollen. Es kann nur einen Herren mit W. an der Spitze geben

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