Sanierungsexperten: Houlihan Lokey soll Kreditprobleme von Schaeffler lösen

Sanierungsexperten: Houlihan Lokey soll Kreditprobleme von Schaeffler lösen

Der Automobil-Zulieferer Schaeffler hat zur Restrukturierung seiner Milliardenkredite die Sanierungs- und Insolvenzspezialisten von Houlihan Lokey an Bord geholt.

„Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Banken und unter Hinzuziehung von Houlihan Lokey an einer langfristigen Lösung“, erklärte Firmensprecher Detlef Sieverdingbeck.

Seit der Übernahme von mehr als 90 Prozent der Aktien am Autozulieferer Continental belaufen sich die Schulden von Schaeffler auf rund zwölf Milliarden Euro; die jährliche Zinsbelastung liegt bei etwa einer Milliarde Euro. Für die seit April geplante Fusion beider Unternehmen ist der Schuldenberg, den Conti noch einmal um zehn Milliarden Euro erhöht, als größtes Hindernis.

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Allgemein kommen Restrukturierungsexperten dann ins Spiel, wenn Unternehmen ihre Schulden nicht mehr bezahlen und Kreditverträge nicht einhalten können. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Kapitalstruktur zu analysieren, Schulden zu bewerten und mit Geldgebern Stillhalteabkommen auszuhandeln. Dann machen sie sich auf die Suche nach zusätzlichen Geldquellen.

Investmentbanken als Schuldenberater

Die Berater von Houlihan Lokey gehören zu den Experten für das sogenannte Financial Restructuring. In den USA sind die Restrukturierungsbanker bereits seit 30 Jahren aktiv, das Büro in Frankfurt am Main existiert seit 2006. Nach eigenen Angaben arbeiten für Houlihan Lokey mehr als 800 Banker an 14 Standorten weltweit.

Inzwischen betätigen sich verschiedene Investmentbanken auch als Schuldenberater. Ebenfalls etabliert sind die Londoner Banker von Rothschild und dem Mittelstandsspezialist Close Brothers, der beispielsweise für den insolventen Modellbauer Märklin tätig ist. Auch Lazard, einer der US-Marktführer, unterhält mittlerweile Büros in Hamburg und Frankfurt.

Allein im Tauziehen um die Geschäfte von Schaeffler und Conti haben bereits zahlreiche Berater und Banker ihre Finger im Spiel. Die US-Investmentbank JP Morgan berät Schaeffler, während Conti Unterstützung von Konkurrent Perella-Weinberg bekommt.

Ähnlich verstrickt ist die Lage bei den Gläubigerbanken. Sie müssten bei einer Gesamtlösung wohl auf einen Teil ihrer Kredite verzichten und sich eventuell am neuen Gesamtkonzern beteiligen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Schaeffler - und Conti-Banken teilweise unterschiedliche Interessen verfolgen. Nur wenige Institute wie die Hauptgläubigerin Commerzbank sind bei beiden Unternehmen engagiert.

Der Scheffler-Sprecher betonte, es gehe bei dem Mandat für Houlihan Lokey lediglich um die notwendige Restrukturierung der Kredite. Es gebe keinen akuten Handlungsbedarf, man habe die nötige Zeit, sagte Sieverdingbeck.

Nach „Handelsblatt“-Informationen geht es Schaeffler operativ noch immer besser als den meisten anderen Zulieferern. Vor Steuern und Zinsen hätten die Franken im ersten Halbjahr schwarze Zahlen geschrieben.

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