SAP-Doppelspitze im Interview: "Unsere Technologie zielt direkt auf Oracles Kerngeschäft"

SAP-Doppelspitze im Interview: "Unsere Technologie zielt direkt auf Oracles Kerngeschäft"

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SAP- Vorstandschefs Bill McDermott (links), Jim Hagemann Snabe

von Michael Kroker und Stephanie Heise

Die beiden SAP-Vorstandschefs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe über das neue Geschäftsmodell Mietsoftware, den Kampf mit Erzrivale Oracle und ihren neuen Managementstil als Doppelspitze.

WirtschaftsWoche: Herr McDermott, Herr Snabe, Sie sind zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Wie würden Sie sich gegenseitig beschreiben?

Snabe: (lacht) Ich habe seit acht Jahren das Vergnügen, mit Bill zu arbeiten. Er ist extrem professionell, er setzt sich hohe Standards und verlangt diese auch von seinem Team. Er schafft es immer, den Kunden ins Zentrum des Gesprächs zu rücken. Und Bill hat eine einmalige Fähigkeit, seine Leute zu motivieren. Außerdem sind wir gute Freunde.

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McDermott: Das stimmt, wir haben ja schon einige Jahre prima zusammengearbeitet, bevor wir im Februar gemeinsam Co-CEOs wurden. Jim ist ein großer Innovator, und er ist extrem intelligent. Was ihn aber besonders auszeichnet, ist sein Charakter. Wir möchten einen sehr menschlichen Umgang miteinander ins Unternehmen bringen und wünschen uns, dass sich die Leute wie eine Familie fühlen und hier glücklich sind. Jim hat diesen Familiensinn.

Sie sind die einzige Doppelspitze bei einem Dax-Unternehmen. Haben Sie einen neuen Managementstil eingeführt?

McDermott: Absolut. Jim und ich sind der Meinung, zwei sind besser als einer. Wir vertrauen uns, und unsere Fähigkeiten ergänzen sich.

Snabe: Bei wichtigen strategischen Entscheidungen steht man als CEO normalerweise ziemlich alleine da. Dadurch, dass wir miteinander diskutieren können, kommen wir zu besseren Entscheidungen. Und wenn wir die getroffen haben, können wir sie zu zweit schneller umsetzen. Wir möchten, dass unsere Teams den gleichen Grad an Teamwork zeigen wie wir. Mit unserer Arbeitsweise sind wir ein Vorbild geworden für einen neuen Managementstil. Dabei geht es uns weniger um die individuelle Performance als um das Gesamtergebnis.

Eines von SAPs wichtigsten Zielen ist erreicht: Sie haben Ende Juli nach langer Entwicklungszeit Ihre Mittelstandssoftware Business By Design auf den Markt gebracht. Was sind Ihre Erwartungen?

Snabe: Mit Business By Design schaffen wir eine völlig neue Kategorie für Softwaremiete übers Internet, wir setzen einen neuen Standard. Denn die derzeitigen Mietangebote haben einen begrenzten Funktionsumfang. Mit Business By Design bringen wir nun ein komplettes, integriertes Paket von betriebswirtschaftlichen Anwendungen auf den Markt. Damit kann man die gesamten Abläufe eines Unternehmens steuern, und das zur Miete übers Web. Das gibt es in der Form bisher nicht.

Was macht Sie so sicher, dass SAP trotz der Verzögerung mit Business By Design erfolgreich sein wird?

McDermott: Ganz einfach: Das integrierte Paket gewinnt immer gegen die beste Einzellösung. Das war Ende der Neunzigerjahre bei klassischer Unternehmenssoftware genauso: Als die SAP ihre integrierte Lösung anbot, war dies der Grundstein für die Konsolidierung im Markt. Und das wird mit Business By Design im Online-Geschäft noch einmal passieren. Denn die Unternehmen legen heute wie damals Wert auf Datenkonsistenz und durchgängige Geschäftsprozesse. Genau dafür steht die Marke SAP.

Grafik: Aktieninfo SAP, Vergleich mit Oracle

Aktieninfo SAP, Vergleich mit Oracle (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Ansicht)

Als Business By Design konzipiert wurde, war der Mittelstand die Zielgruppe. Gilt das noch?

Snabe:  Ja, primäre Zielgruppe der Mietlösung ist der Mittelstand. Konzerne werden auch in Zukunft einen Großteil der Software im eigenen Unternehmen installieren. Doch auch sie suchen nach flexiblen Erweiterungen, denken Sie etwa an abgegrenzte Einsatzgebiete wie die Vertriebsautomatisierung. Die können Unternehmen via Business By Design nutzen – und zwar integriert mit ihren übrigen SAP-Anwendungen.

Wie schnell können Sie mit Business By Design Geld verdienen?

Snabe: Uns geht es bei der Einführung zunächst darum, dass wir dem Markt Business By Design als neue Produktkategorie nahebringen. Das ist übrigens ähnlich wie bei der Einführung des späteren SAP-Erfolgsprodukts R/3 in den frühen Neunzigerjahren. Auch damals haben wir kein Gewinnziel genannt, weil wir mit einem völlig neuen Produkt auf den Markt kamen.

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