Satellitenbauer: OHB-Chef Fuchs will zukaufen

Satellitenbauer: OHB-Chef Fuchs will zukaufen

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Marco Fuchs, Firmenschef des Satellitenbauers OHB

von Gerhard Bläske

Der Chef des Satellitenbauers OHB über seine Erfolge im Wettbewerb mit dem Airbus-Konzern EADS, das Werben um weitere Großprojekte in der Raumfahrt und über Zukäufe.

WirtschaftsWoche: Herr Fuchs, Ihre kleine OHB schnappt der großen EADS-Tochter Astrium Milliarden-Aufträge für den Bau von Satelliten weg wie bei Galileo und jetzt bei Méteosat. Wie schaffen Sie das?

Fuchs: Da gibt es unterschiedliche Gründe. Beim Navigationssystem Galileo haben wir einfach ein kompaktes Angebot vorgelegt, dass offenbar sowohl technisch als auch preislich besser war. Bei den Méteosat-Wettersatelliten hat unser Partner Thales, der schon die ersten beiden Generationen von Méteosat gebaut hat, die Federführung. Übrigens sind wir mit 1600 Mitarbeitern gar nicht mehr so klein.

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Spielt der deutsche Anteil in der Kooperation mit dem französischen Thales-Konzern nur eine untergeordnete Rolle?

Nein, im Gegenteil, technisch ist unser Part sogar anspruchsvoller, denn von uns kommen die sechs innovativen Satelliten-Plattformen, deren Entwicklung maßgeblich von Deutschland finanziert wurde, und die zwei neuen Sounder-Instrumente, mit denen man die Feuchtigkeit und Temperaturen in unterschiedlichen Luftströmen viel präziser als bisher vorhersagen kann. Das ist für den Technologiestandort Deutschland nachhaltiger, als wenn Astrium die Systemführerschaft gehabt hätte. Deshalb kommt bei den später vom Betreiber Eumetsat bezahlten Satelliten bei uns auch mehr Geld direkt nach Deutschland zurück.

Warum ist Méteosat für OHB noch wichtiger als Galileo?

Auf Deutschland entfallen etwa 600 Millionen Euro des Gesamtpakets. Der Großteil davon liegt bei uns, wobei wir einen Teil auf Unterauftragnehmer verlagern. Bei Galileo beträgt das Gesamtvolumen 566 Millionen Euro. Davon bekommt aber unser britischer Partner Surrey 230 Millionen Euro.

Beim Navigationssystem Galileo hat es viele Verzögerungen gegeben. Ist ein Start im Jahr 2013 noch realistisch?

Nein, wir liefern den ersten Satelliten Ende 2012, den letzten 2014. Damit kann das Gesamtsystem erst 2014 in Betrieb gehen.

Es wird noch eine zweite Tranche von 8 bis 14 Galileo-Satelliten ausgeschrieben. Welche Chancen hat OHB da?

Die Erfolgschancen hängen stark davon ab, wann Ausschreibung und Vergabe stattfinden. Je früher das sein wird, desto größer die Chancen für Astrium. Wenn der Kunde wartet, bis wir liefern, und er zufrieden ist, steigen unsere Chancen.

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