Schadenersatz gefordert: Musterprozess gegen Hypo Real Estate

Schadenersatz gefordert: Musterprozess gegen Hypo Real Estate

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Eine Niederlassung der Hypo Real Estate in Berlin

Mehrere Fonds wollen die Hypo Real Estate (HRE) auf Schadensersatz verklagen, weil der frühere Vorstand Risiken verschwiegen haben soll. Auf den Bund als Eigentümer der Bank könnten Forderungen von mindestens 200 Millionen Euro zukommen.

Auf die marode Immobilienbank Hypo Real Estate(HRE) kommt nach ersten Prozessen von Kleinanlegern eine viel größere Schadenersatzklage von Profi-Investoren zu. „Die von uns vertretene Schadenersatzklage hat ein Volumen von über 200 Millionen Euro“, sagte Rechtsanwalt Andreas Tilp von der gleichnamigen Kanzlei heute. Die Forderung könnte noch um mehrere hundert Millionen Euro steigen. Hinter der Klage stehen mehrere Anlagefonds aus Deutschland und dem Ausland mit Tausenden Investoren. Bislang waren lediglich Schadenersatzklagen im Umfang von sechs Millionen Euro bekannt.

Verheimlichte Risiken

Tilp wirft der HRE vor, Geschäftsrisiken zu lange verheimlicht zu haben. Das Münchner Institut hatte im Januar 2008 überraschend Abschreibungen von 390 Millionen Euro auf sein US-Wertpapierportfolio eingestanden, obwohl der damalige Chef Georg Funke zuvor erklärt hatte, von der Finanzkrise nicht betroffen zu sein. Die Aktie brach daraufhin um 35 Prozent ein. Die Kursverluste wollen die Anleger nun erstattet bekommen. Da die Bank mittlerweile verstaatlicht ist, müssten die Schadenersatzsummen letztlich aus dem Steuermitteln beglichen werden.

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Musterverfahren angestrebt

In München gibt es derzeit allein bei sechs Kammern des Landgerichts Schadenersatzklagen gegen die HRE. Um der Prozessflut in solchen Fällen Herr zu werden, hat der Gesetzgeber nach US-Vorbild eine Art Sammelklage im deutschen Recht verankert. Dabei wird der Fall eines Klägers exemplarisch für alle andern geklärt. Anlegeranwalt Tilp rechnet sich gute Chancen aus, den Musterfall durchfechten zu dürfen, da seine Kanzlei die höchste Schadenersatzforderung vertritt. Der Fall wird dann vom Oberlandesgericht und später voraussichtlich vom Bundesgerichtshof entschieden. Alle anderen Schadenersatzklagen ruhen solange. Die Musterklage wurde eigens für Mammutverfahren wie den Prozess um den Börsengang der Deutsche Telekom aus der Taufe gehoben.

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