Schadenersatzklagen : Porsche und sein Ex-Chef Wiedeking müssen bangen

Schadenersatzklagen : Porsche und sein Ex-Chef Wiedeking müssen bangen

von Martin Seiwert

Die Klage-Welle gegen Porsche rollt an: Investoren aus den USA starten einen erneuten Versuch, den Autobauer wegen angeblicher Marktmanipulationen auf zwei Milliarden Dollar Schadenersatz zu verklagen. In Deutschland wurde eine erste Klage eines vermeintlich geprellten Anlegers eingereicht. Weitere Milliardenklagen gegen Porsche und Volkswagen sind wohl nur eine Frage der Zeit.

Wiedeking & Co. müssen bangen

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Auftakt zur Klagewelle: Fonds haben in den USA Berufung gegen die Abweisung ihrer Milliardenklage eingelegt. Auch in Deutschland werden erste Klagen gegen den Sportwagenbauer wegen angeblicher Kursmanipulationen vorbereitet. Im Bild ein Porsche-Logo auf einem Logo des Autoherstellers Volkswagen.

Die Freude währte nur kurz in Stuttgart – einen Monat nachdem ein New Yorker Gericht eine Milliardenklage gegen Porsche abgewiesen hatte, legten die Kläger Berufung ein. Am Freitagabend ging die Berufung fristgerecht beim Manhattan Federal Court ein. Damit geht der Streit zwischen 39 Hedgefonds und dem Stuttgarter Autobauer in eine neue Runde. „Wir halten die Klage für unzulässig und unbegründet und werden uns weiterhin dagegen entschieden zur Wehr setzen“, hieß es dazu bei Porsche.

Die Hedgefonds – angeführt von den Fondsgesellschaften Elliott Associates and Black Diamond Offshore – machen einen Schaden von rund zwei Milliarden Dollar geltend. Ihr Vorwurf: Beim Versuch, Volkswagen zu übernehmen, soll das Management um Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Investoren getäuscht haben. Die Klagen basieren teilweise auf Recherchen der WirtschaftsWoche, die bereits vor knapp zwei Jahren über mögliche Marktmanipulationen berichtet hatte.

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Investoren machen Schaden durch Höhenflug von VW-Aktie geltend

Porsche hatte sich 2008 mit schwer durchschaubaren Aktiengeschäften rund 74 Prozent der VW-Stammaktien gesichert und dabei einen Höhenflug der Papiere auf bis über 1000 Euro ausgelöst. Investoren, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten aufgrund der Knappheit der frei verfügbaren Aktien zum überhöhten Preis kaufen. Diesen Schaden machen die Investoren geltend. Sie werfen dem damaligen Porsche-Management vor, Informationen zu spät veröffentlicht zu haben und mit falschen Informationen Anleger bewusst getäuscht zu haben. Porsche, Wiedeking und der ehemalige Porsche-Finanzvorstand Holger Härter weisen sämtliche Vorwürfe zurück.

Dass das Gericht in Manhattan die Klage im Dezember abwies, hat keine inhaltlichen Gründe. Es ging dabei um die Frage, ob US-Gerichte in der Sache überhaupt zuständig sind. Das New Yorker Gericht begründete die Ablehnung der Klage schließlich damit, dass die amerikanischen Wertpapiergesetze keine Anwendung auf die betroffenen Aktiengeschäfte fänden.

Während im Berufungsverfahren in New York über die Zuständigkeit amerikanischer Gerichte entschieden werden muss, bahnen sich in Deutschland bereits erste Prozesse an. So wirft die Berliner Anwaltskanzlei FPS Porsche bewusste Kursmanipulation während der gescheiterten VW-Übernahme vor und fordert für einen Mandanten 3,1 Millionen Euro Schadenersatz. Die Klage ging Mitte Januar beim Stuttgarter Landgericht ein. Wann das Verfahren beginnt, ist unklar.

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