Schadenersatzklagen: VW hat sich bei Porsche zu früh gefreut

Schadenersatzklagen: VW hat sich bei Porsche zu früh gefreut

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Wendelin Wiedeking (l), Holger Härter

von Martin Seiwert

Vom Einstellen der Schadenersatzklagen gegen die Ex-Spitze von Porsche kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch intensiver.

Große Erleichterung herrschte angeblich am vergangenen Mittwoch bei VW und Porsche nach der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Ermittlungen gegen den ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter wegen des Verdachts einer handelsgestützten Börsenmanipulation würden eingestellt. Schon hieß es, der Übernahme von Porsche durch Volkswagen stehe nun nichts mehr im Weg.

Diese Schlussfolgerung ist jedoch voreilig. Denn die Ermittler halten den "zentralen Verdacht der informationsgestützten Marktmanipulation" aufrecht. Vorwürfe der Marktmanipulation durch falsche Informationen hätten sich sogar "verfestigt", schreibt Staatsanwältin Claudia Krauth in ihrem Zwischenbericht. Diese hätten "weiterhin andauernde Ermittlungen einschließlich der Einholung weiterer Sachverständigengutachten zur Folge".

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Verdacht der Untreue

Es kommt noch schlimmer: Die Verfahren gegen Wiedeking und Härter seien "nach Eingang eines zentralen Sachverständigengutachtens" um den Verdacht der Untreue erweitert worden, so die Staatsanwaltschaft. Es bestehe der Verdacht, dass die beiden beim Versuch, Volkswagen zu übernehmen, "existenzgefährdende Risiken" für Porsche eingingen. Zudem sind nun auch drei Verantwortliche aus dem Finanzbereich von Porsche im Visier der Staatsanwaltschaft. Diese könnten sich des Kreditbetruges schuldig gemacht haben, weil sie gegenüber Banken womöglich falsche oder unvollständige Angaben machten.

Eine gute Nachricht hatte die Staatsanwältin allerdings für die Maple Bank, über die Porsche den Kauf großer VW-Aktienpakete abgewickelt hatte: Der Verdacht, die Bank habe durch Käufe oder Verkäufe von Aktien Kurse manipuliert, ließ sich "nicht mit hinreichender Sicherheit erhärten". Zumindest in dem Punkt wurden auch die Ermittlungen gegen Wiedeking und Härter eingestellt.

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