Schadensersatz-Forderung: 490-Millionen-Dollar-Klage gegen WestLB

Schadensersatz-Forderung: 490-Millionen-Dollar-Klage gegen WestLB

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WestLB-Grafik

von Hauke Reimer

Eine internationale Bankengruppe wirft dem Institut Betrug vor und klagt in den USA auf über 490 Millionen Dollar Schadensersatz.

Die verstaatlichte Irish Anglo Bank, die israelischen Banken Hapoalim und Mizrahi Tefaot, die Arab Banking Corporation aus Bahrain und der Offshorefonds Justinian beschuldigen die WestLB vor dem Obersten Gericht von New York, sie habe die von ihr gemanagten Investmentvehikel „Harrier“ (Weihe) und „Kestrel“ (Turmfalke) durch „Betrug und andere Verbrechen zugrunde gerichtet“. In dem am 23. Juni eingereichten WestLB-Antrag zur Abweisung der Klage heißt es, diese entbehre jeder Grundlage. Die Kläger seien erfahrene Investoren, die in nachrangige Papiere investiert hätten und versuchten, Verluste wieder hereinzuholen.

Die Investoren hatten laut Klage rund 500 Millionen Dollar in Schuldpapiere von Harrier und Kestrel gesteckt. Die zwei außerhalb der WestLB-Bilanz geführten Zweckgesellschaften waren rund 14 Milliarden Dollar schwer. Sie verschuldeten sich kurzfristig zu günstigen Zinsen und kauften höher verzinsliche Papiere – zum Beispiel US-Hypothekenanleihen. In der Finanzkrise entpuppten sich diese als Ramsch, niemand lieh Zweckgesellschaften Geld, mit dem sie ihre auslaufenden Kredite hätten refinanzieren können. Ende 2007 stützte die WestLB Kestrel und Harrier mit Kreditlinien über 14 Milliarden Dollar. Doch die Bank habe sich „ungeniert selbst bedient“, so die Kläger. Werthaltige Anlagen habe sie nicht verkauft, als noch Zeit dafür gewesen sei.

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Verkäufe hätten das verwaltete Vermögen und damit den potenziellen Verkaufswert der WestLB-Tochter Brightwater reduziert, an der die beiden Zweckgesellschaften angedockt waren. Der Wert der von den Klägern gezeichneten Schuldpapiere war an den Substanzwert (Net Asset Value) der von Harrier und Kestrel gekauften Papiere gekoppelt. Bei einem Wertverlust von mehr als 50 Prozent wären die Vehikel in Zwangsverwaltung eines Treuhänders gekommen. Der hätte sie liquidieren und die Papiere verkaufen müssen. Die Bank, die um ihre Kreditwürdigkeit gefürchtet habe, habe dies um jeden Preis verhindern wollen und den Net Asset Value deshalb manipuliert.

Später habe sie eine Finanzierung nur zu völlig überteuerten Zinsen bereitgestellt und Umstrukturierungen ohne die notwendige Zustimmung der Investoren vorgenommen. Am Ende habe die WestLB noch vorhandene Anlagen von Harrier und Kestrel in ein weiteres WestLB-Vehikel verschoben, für eine viel zu geringe Gegenleistung. Dadurch habe sie die Investoren für immer des Rechts beraubt, aus den Papieren entschädigt zu werden. Nur die WestLB könne nun noch von möglichen Wertsteigerungen profitieren. Ein WestLB-Sprecher sagte, die Bank halte die Vorwürfe für unbegründet und werde sich in dem nun anhängigen Verfahren wehren.

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