Parallel laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart unter anderem gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und dessen Finanzvorstand Holger Härter. Das Verfahren könnte Zivilklägern in aller Welt neue Munition liefern. Die Beamten ermitteln seit zwei Jahren wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und haben zuletzt ihre Ermittlungen ausgeweitet.Im Kern zielt die Klage der 41 Banken, Versicherungen und Fondsgesellschaften gegen eine der bekanntesten Industriedynastien Europas, die Familien Porsche und Piëch, denen zu 90 Prozent die Porsche Automobil Holding gehört. Letztlich müssten sie die wirtschaftlichen Folgen mittragen.
Viel Prominenz
Kommt es zu einem Prozess, gäbe sich Deutschlands Wirtschafts- und Politprominenz vor Gericht die Ehre. In der Klageschrift sind als Zeugen nicht nur VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch, Volkswagen-Chef Martin Winterkorn und Ex-Porsche-Chef Wiedeking benannt. Auch Bundespräsident Christian Wulff soll aussagen. Er war vor dem Einzug ins Schloss Bellevue Ministerpräsident von Niedersachsen und – da das Land eine Sperrminorität von 20 Prozent der VW-Stammaktien hält – zugleich Aufsichtsrat von VW. Der höchste Mann im Staate, heißt es in der Klageschrift, sei zu laden über die Adresse "Bundespräsidialamt, 11010 Berlin".Die Klage bedroht zudem wichtige industrielle Weichenstellungen. Denn solange das Verfahren im Raum steht, ist die geplante Fusion von Volkswagen und Porsche Automobil Holding höchst unwahrscheinlich. Zu groß wäre für die Wolfsburger das Risiko, dass sie ein Unternehmen schluckten, dem milliardenschwere Schadensersatzzahlungen drohen. Stattdessen bliebe VW-Chef Winterkorn nur, das operative Geschäft von Porsche in Gestalt der Porsche AG zu übernehmen. Das Schicksal der Porsche-Holding, der immerhin 51 Prozent von VW gehören, wäre ungewiss.
Mammutverfahren Telekom
Allerdings ist auch das Risiko für die 41 Kläger beträchtlich. Scheitern sie, bleiben sie auf Prozesskosten in Millionenhöhe sitzen. Mindestens 4,5 Millionen Euro werden fällig, sollte das Verfahren durch drei Instanzen gehen. Wie schwer es enttäuschte Aktionäre in Deutschland haben, zeigt der bislang größte Anlegerprozess hierzulande, der Telekom-Prozess. In dem Mammutverfahren klagen seit April 2008 rund 17 000 Aktionäre auf insgesamt 80 Millionen Euro Schadensersatz. Die Chancen der Anleger stehen nicht besonders gut. Weist das Oberlandesgericht Frankfurt die Klage ab, will die Tübinger Kanzlei Tilp im Namen der Musterkläger vor den Bundesgerichtshof ziehen.
Braun und seine CLLB-Kollegen rechnen sich bessere Chancen aus, weil sie nicht eine Heerschar von Kleinanlegern unter einen Hut bringen müssen. Gleichwohl stehen auch sie vor einer Herkulesaufgabe mit höchst ungewissem Ausgang.
Im Kern müssen die 41 Kläger den Beweis antreten, dass die gesamte gescheiterte Übernahmeschlacht von Porsche um VW von 2005 bis 2009 im Wesentlichen auf gezielter Irreführung durch den Sportwagenbauer beruhte – und die Anleger dadurch geschädigt wurden.


























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Alle Kommentare lesen13.09.2011, 14:58 UhrAnonymer Benutzer:Hopple
Lieber Dr. Veith b. Wilson,
VW hat durchaus Probleme. Diese haben Sie zum Teil auch richtig beschrieben, aber zum Teil auch stark übertrieben. VW hat in keinem bereich 8 Jahre Entwicklungsrückstand. Wer VW in den letzten Jahren näher beobachtet hat, der weiß, dass VW immer erst abwartet was der Wettbewerber macht, um dann mit aller Macht ein deutlich besseres Produkt auf die Straße zu stellen. Das heißt nicht, dass VW die Techniken nicht schon eher hatte. Wenn die was anbieten, dann was ordentliches und keine Versuchsträger.
Und was definitiv auch richtig ist: Viele Hersteller würden gern ihre Problme mit denen von VW tauschen!
13.09.2011, 11:10 UhrAnonymer Benutzer:Dr. Veith B. Wilson
@Freifaller
...sich unter falschen Namen oder Pseudonym anmelden kann jeder.
Na, dann glauben sie halt ihre eigene Theorie zu ihrem geliebten Volkswagen-Konzern.
....in ein paar Jahren sehen wir dann weiter!!!!
13.09.2011, 08:57 UhrAnonymer Benutzer:@Dr. Veith B. Wilson / CCO Boston
Wie wenn der Verlust einer Firma wie Lamborghini für den VW-Konzern ins Gewicht fallen könnte. Einfach lächerlich! Da hat die Formel 1- beteiligung von Toyota sicherlich mehr gekostet und weniger gebracht.