Schaeffler/Continental: Konkurrenzkampf statt Zukunftskonzept

Schaeffler/Continental: Konkurrenzkampf statt Zukunftskonzept

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Der Vorsitzender des Aufsichtsrats der Continental AG, Hubertus von Grünberg

Der Aufsichtsratschef von Continetal Hubertus von Grünberg ist zurückgetreten. Schaeffler hat sich damit im Machtkampf um Continental durchgesetzt. Ein Zukunftskonzept wurde auf der Aufsichtsratssitzung nicht präsentiert.

Der Machtkampf zwischen Continental und Großaktionär Schaeffler eskaliert. Im Streit mit Schaeffler trat Conti-Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg von seinem Amt zurück. Der fränkische Wälzlagerhersteller Schaeffler hat sich mit der Entmachtung von Grünbergs durchgesetzt. Der Aufsichtsrat setzte den ehemaligen Conti-Chef am Freitag nicht mehr auf die Liste für die künftige Besetzung des Gremiums, über die auf der Hauptversammlung abgestimmt werden soll. „Herr Grünberg hat das Vertrauen des Aufsichtsrats verloren“, sagte ein Schaeffler-Sprecher.

Auf der Aufsichtsratssitzung am Freitag in Frankfurt sollte ursprünglich Schaeffler-Berater Rolf Koerfer zu von Grünbergs Nachfolger gewählt werden. Seine Bestellung zum Aufsichtsrat war aber vom Landgericht Hannover vorerst gestoppt worden.

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Massive Kritik von Grünbergs an Schaeffler

Von Grünberg legte auch sein Aufsichtsratsmandat nieder, womit er wohl auch nicht mehr für die Organisation des Abspaltungsprozesses der Gummi-Sparte zur Verfügung steht. Er kritisierte er die fränkische Familienfirma scharf. „Wir haben die Schaeffler Gruppe um die Vorlage eines tragfähigen Konzeptes gebeten - dieser Bitte ist in keiner Weise entsprochen worden“, sagte er. „Wir laufen Gefahr, in das Schaeffler-Problem mit reingezogen zu werden.“

Grünberg fügte hinzu: „Aus meiner Sicht ist das Vorgehen der Schaeffler Gruppe ein klarer Verstoß nicht nur gegen die Grundsätze ehrbarer Kaufleute, vielmehr ist dies ein aktiver Verstoß gegen den Geist oder sogar Inhalt der zwischen den beiden Unternehmen getroffenen Investorenvereinbarung.“

Zukunftspläne weiter unklar

Die Pläne von Schaeffler zur Zukunft der eigenen Firma und seiner Beteiligung Conti blieben auch bei dem Krisentreffen in Frankfurt, an der drei Schaeffler-Vertreter teilnahmen, im Unklaren. „Wir haben ausführlich die Situation unserer Gesellschaft diskutiert“, sagte Vize-Aufsichtsratschef Werner Bischoff, der dem Gremium nun kommissarisch vorstehen soll. „Es wurde kein Zukunftskonzept vorgelegt“, sagte er. „Wir haben in aller Deutlichkeit klar gemacht, dass wir eines brauchen.“ Schaeffler habe die Verzögerung mit „internem Klärungsbedarf“ begründet. „Die Besprechung eines Konzeptes stand nicht auf der Agenda“, sagte ein Schaeffler-Sprecher.

Wegen der hohen Schuldenlast nach der Conti-Übernahme und den wegbrechenden Aufträgen aus der Automobilindustrie hatte Schaeffler jüngst erklärt, frisches Kapital von bis zu sechs Milliarden Euro zu benötigen. Dazu wird Kreisen zufolge ein Verkauf der Conti-Anteile an die Gläubigerbanken erwogen.

Schaeffler würde dann seine Conti-Mehrheitsbeteiligung wieder verlieren. Auch Mitsprache der bisherigen Eigentümerfamilie am eigenen Unternehmen wird künftig wohl gering ausfallen. Viele Beteiligten sehen zudem mittlerweile ohnehin keine allzu großen Vorteile mehr in einer Zusammenlegung der Autozuliefer-Sparten von Conti und Schaeffler.

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