Schaeffler: Schlechte Kopie der Porsche-Strategie

Schaeffler: Schlechte Kopie der Porsche-Strategie

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Porsche-Chef Wendelin Wiedeking: Zum richtigen Zeitpunkt an VW angeschlichen

Bei der Übernahme von Continental kopierte Schaeffler die Strategie, mit der sich Porsche geschickt den Zugriff auf VW-Aktien gesichert hatte. Doch es gelang nicht, den Coup des Sportwagenbauers nachzuahmen.

Über die Sorgen, die die Milliardärin Maria-Elisabeth Schaeffler plagen, können Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Porsche-Finanzvorstand Holger Härter allenfalls müde lächeln. Härter hat durch die Übernahme des Konkurrenten VW 2008 nicht nur kein Geld verloren. Er hat die Porsche-Konzernkasse sogar mit zusätzlichen Milliarden geflutet, mit denen Porsche jetzt weitere VW-Aktien kaufen kann.

Geglückt ist ihm dieser Coup mithilfe von Optionsgeschäften. Sie haben es Porsche ermöglicht, sich unbemerkt von der Öffentlichkeit den Zugriff auf einen Aktienmehrheit von VW zu sichern – und das zu einem vergleichsweise niedrigen Kurs. Für die stufenweise Übernahme hat sich Porsche inzwischen fast drei Jahre Zeit genommen. Als der Kurs anzog, beflügelt von guten VW-Nachrichten und Gerüchten um eine mögliche Übernahme, hatte Härter seine Wette mit den Banken schon gewonnen. Die Kreditinstitute musste ihm die Differenz erstatten zwischen dem niedrigen Kurs, zu dem das Optionsgeschäft abgeschlossen wurde und dem aktuellen Kurs.

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Die Idee mit dem Anschleichen fand wohl auch Schaeffler charmant, weil sich das Unternehmen auf diese Weise ersparte, frühzeitig den Einstieg bei Conti melden zu müssen. Zudem schien auch der Kurs der Conti-Aktie bemerkenswert niedrig. Doch herausgekommen ist eine schlechte Kopie des VW-Deals.

Denn anders als bei VW brach der Conti-Aktienkurs durch schlechte Geschäftszahlen ein, weshalb Schaeffler viel mehr Aktien teuer angedient bekam als geplant. Zu guter Letzt riss die Absatzkrise in der Automobilindustrie beide Konzerne nach unten. Die Continental-Aktie dümpelt inzwischen bei unter 14 Euro, Schaeffler hat 75 Euro bezahlt. Dazu kommen Kosten für das Parken der überschüssigen Conti-Aktien bei den Privatbanken Metzler und Sal. Oppenheim.

Schaeffler hatte sich in einer Investorenvereinbarung verpflichtet, vier Jahre lang nur 49,9 Prozent der Stimmrechte auszuüben. Da Schaeffler rund 90 Prozent der Conti-Aktien angedient bekam, liegen nun etwa 40 Prozent bei den beiden Banken.

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