Schaeffler: Was Continental-Großaktionär Schaeffler jetzt tun muss

Schaeffler: Was Continental-Großaktionär Schaeffler jetzt tun muss

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Konzernerbin Schaeffler. Machtspiel mit den Banken

Wie Großaktionär Schaeffler nach dem Frieden mit den Banken beim Autozulieferer Continental handeln muss – und welche Risiken das mit sich bringt.

Maria-Elisabeth Schaeffler kann erst einmal aufatmen: Die Haupteigentümerin der hoch verschuldeten Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach hat sich am vergangenen Dienstag mit ihren Gläubigerbanken auf ein Finanzierungskonzept geeinigt.

Das fränkische Familienunternehmen hat nun zwei oder drei Jahre mehr Zeit, um seine zwölf Milliarden Euro schweren Kredite zurückzuzahlen, die ihm die verkorkste Übernahme des Autozulieferers Continental in Hannover im Herbst vergangenen Jahres beschert hat. Die Gnadenfrist erkauft sich Schaeffler mit höheren Zinsen. Damit sind Zerschlagung oder gar die Insolvenz des einst soliden Unternehmens vorerst gebannt.

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Einer Fusion steht nichts mehr im Weg

Nun können die Franken wieder ihr ursprüngliches Ziel anpeilen: die Fusion mit Continental. In rund einem Jahr soll die Firmenhochzeit über die Bühne gegangen sein. Die Vorteile des Zusammenschlusses lägen dabei aus Schaeffler-Sicht nicht nur im operativen Geschäft: Gemeinsam stehen die Konzerne mit insgesamt 23 Milliarden Euro bei den Banken in der Kreide.

Einen solchen Schuldner wieder auseinanderzureißen und Conti und Schaeffler getrennter Wege zu schicken oder gar fallen zu lassen, würden sich die Institute erst recht nicht mehr trauen. Schon bisher schreckten die Geldgeber, allen voran die Commerzbank, davor zurück, die Schaeffler-Kredite fällig zu stellen und die Schulden in Eigenkapital zu wandeln.

Banken wollen sich Zusatzbelastung sparen

Denn das hätte die Bilanz der Banken zusätzlich belastet, weil Beteiligungen mit mehr Eigenkapital unterlegt werden müssen als Kredite. Vor allem Banken, die wie die Commerzbank oder die Royal Bank of Scotland auf Staatshilfe angewiesen sind, wollen sich eine solche Zusatzbelastung ihrer Bilanz um jeden Preis ersparen So entstand etwas, was sich wohl am ehesten als Gleichgewicht des Schreckens bezeichnen ließe.

Die Chancen des fränkischen Doppelgestirns aus Mutter und Sohn, in dieser Gemengelage doch noch das endgültige unternehmerische Sagen bei dem künftig zweitgrößten deutschen Autozulieferer nach Bosch zu erlangen, hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend wird sein, wie die Franken die Herausforderungen der kommenden Monate bewältigen.

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