Schaeffler: Weshalb Schaeffler kaum pleitegehen wird

Schaeffler: Weshalb Schaeffler kaum pleitegehen wird

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Demonstration von Schaeffler-Mitarbeitern: Solidarität mit den Eigentümern ist groß

Für den Wälzlagerhersteller Schaeffler wird es immer schwerer zu erklären, warum er unbedingt Continental besitzen will. Dennoch wird Schaeffler kaum pleitegehen – und den Eigentümern bleiben schlimmstenfalls Krümel ihrer Firma.

Es waren freundliche Worte, die Continental-Chef Karl-Thomas Neumann am vergangenen Montag vor seinen leitenden Angestellten in der Kantine der Konzernzentrale in Hannover fand. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen des Wälzlagerherstellers Schaeffler aus dem fränkischen Herzogenaurach sei sehr angenehm gewesen, nachgerade „hoch professionell“.

Neumanns Lob galt einem rund 40-köpfigen Team aus Conti- und Schaeffler-Leuten, das er selbst leitete. Die Truppe sollte in den vergangenen Monaten nach möglichen Synergien für eine gemeinsame Autozuliefersparte von Continental und dem neuen Mehrheitsaktionär, dem fränkischen Automobilzulieferer Schaeffler, suchen. Was Neumann verschwieg: Sehr viel gefunden haben die Rechercheure bisher nicht. Auf 150 bis 160 Millionen Euro belaufen sich die möglichen Ersparnisse im Jahr 2012 – ein klägliches Sümmchen gemessen an den geschätzt über 20 Milliarden Euro, die beide Unternehmen 2008 auf diesem Feld umsetzten.

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Auch wenn Schaeffler die Arbeit der Gruppe als nicht beendet bezeichnet und auf die „industrielle Zukunfts- und Wachstumslogik“ schwört: Für die Schaeffler-Eigentümer Maria-Elisabeth Schaeffler und ihren Sohn Georg wird es immer schwieriger zu erklären, warum sie unbedingt Continental besitzen müssen. Derweil spitzt sich die Lage in Herzogenaurach zu: Findet Schaeffler keinen Weg, die durch die Übernahme von Continental entstandene, milliardenschwere Schuldenlast zu verringern oder geht gar pleite, droht Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn durch den Coup der weitgehende Verlust ihrer stolzen Firmengruppe.

Pleite ist unwahrscheinlichste Variante

Die unwahrscheinlichste Variante ist derzeit noch die Pleite. Denn dann müssten die Banken ihre Kredite an Schaeffler fast ganz abschreiben. Die Familie könnte deshalb sogar mit der Insolvenz drohen, um die Banken zur Verlängerung ihrer Kredite zu bewegen. Umsonst werden Mutter und Sohn das Zugeständnis aber wohl nicht bekommen. Ihnen droht umgekehrt, sich am Ende mit ein paar Krümeln ihres einst kerngesunden Unternehmens begnügen zu müssen. Retten kann die heillos verfahrene Situation wohl nur noch der Staat, indem er Schaeffler mit Bürgschaften unter die Arme greift, oder ein Investor, der bereit ist, mit Milliarden bei Schaeffler einzusteigen.

Einziger Trost für die Mitarbeiter: Schaeffler wird wohl nicht verschwinden. Dafür ist das Unternehmen vor allem für die Autoindustrie zu wichtig. „Darum mache ich mir keine Sorgen“, sagt ein Automanager. Schaeffler sei vielfach der beste Lieferant und kaum zu ersetzen.

Nach jetzigem Stand ist für Schaeffler fast alles denkbar zwischen Zerschlagung und Erhalt der Verbindung mit Continental. Vieles hängt von den Banken ab, die die Übernahme des mächtigen Konkurrenten finanzierten und nun erkennen müssen, dass Schaeffler schon in diesem Sommer an den dazu gewährten Krediten zu ersticken droht. Aus diesem Grund versuchen sie nun, ihr eingesetztes Kapital zu retten.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Maria-Elisabeth Schaeffler und Sohn Georg sich darauf einstellen müssen, einen Großteil ihres Vermögens zu verlieren. Das Eigenkapital von Schaeffler ist laut Aussagen hochrangiger Banker inzwischen negativ. Die Schulden übersteigen den Wert des Unternehmens einschließlich der Beteiligungen, zu denen auch rund 90 Prozent an Continental gehören, um geschätzte drei bis vier Milliarden Euro. In Bankenkreisen heißt es deshalb, dass die Institute erwägen, die rund elf Milliarden Euro Schulden, die Schaeffler bei ihnen hat, in Anteile umzuwandeln, um diese später zu Geld zu machen.

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