
Grosse Hoffnungen. So groß die Euphorie war, so groß war auch der Krach der Partner, als die Liaison in die Brüche ging. Statt wie geplant mit einer neuen, gemeinsam entwickelten Generation von Windows-Handys die Machtverhältnisse im Mobilfunkmarkt auf den Kopf zu stellen, überzogen sich der IT-Riese Microsoft und der britische Handybauer Sendo nach dem Scheitern ihrer Allianz im vergangenen Jahr mit Klagen und Gegenklagen. Nun will der Softwaregigant aus Redmond den Sprung in den Handymarkt im zweiten Anlauf schaffen. Ein gemeinsam mit Motorola entwickeltes Multifunktionshandy, ein so genanntes Smartphone, mit dem kryptischen Namen Mpx200 soll’s richten. Anfang November kommen die ersten Exemplare zum Preis von rund 580 Euro in den Handel. Es vereint klassische Telefonfunktionen mit Multimedia- und Office-Anwendungen: Surfen im Netz, E-Mail-Abruf, Digtitalkamera und MP3-Musik.
Mächtiges Konsortium. Noch steckt das Smartphone-Geschäft im Vergleich zum milliardenschweren Handymarkt, in den Kinderschuhen. Der Anteil am weltweiten Absatz von Mobiltelefonen lag nach Berechnungen der US-Marktforschung IDC im zweiten Quartal bei gerade mal 1,7 Prozent. Doch der Markt für die intelligenten Zwitter aus Westentaschencomputer und Handy lockt – nicht nur Microsoft – mit großen Wachstumsraten. Laut IDC wurden im zweiten Quartal 2003 weltweit 1,97 Millionen Smartphones verkauft – 330 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.
Microsoft allerdings profitierte von dem Zuwachs bisher nicht. Derzeit arbeiten mehr als 90 Prozent aller Smartphones mit dem Betriebssystem Symbian. Dahinter steht ein Konsortium aus Nokia, Siemens, SonyEricsson, Panasonic, Samsung, und Psion.
In Deutschland sind bisher erst zwei Geräte mit dem Microsoft-Smartphone-Betriebssystem am Markt: die fast baugleichen Modelle T-Mobile MDA und O2 XDA (550 Euro). Fast schon ein Synonym für Smartphones ist der Nokia Communicator 9210. Das bisher beliebteste, etwa 1000 Euro teure Modell, besticht durch sein großes Farbdisplay und die praktische Tastatur.
Schnell erschöpft. Das Konkurrenzmodell von SonyEricsson heißt P800. Das Gerät für 850 Euro bietet zwar auch zahlreiche Funktionen wie E-Mail-Abruf, ist aber eher als Multimediamaschine denn als mobiles Büro positioniert. Fans des Palm-Betriebssystems werden sich leicht mit dem Treo 600 von Handspring (circa 800 Euro) anfreunden. Auch hier sind die Organizerfunktionen ausgefeilter als die Handyfeatures.
Grundsätzlich gilt: Wer auf eine perfekte Vernetzung Wert legt und unterwegs eher einfache Aufgaben erledigen will, ist mit einem Smartphone gut bedient. Ein Schwachpunkt bleibt: die Stromversorgung. Bei vollem Einsatz sind die Akkus schnell erschöpft.
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