Schienenverkehr: Deutsche Bahn verliert deutlich Marktanteile

Schienenverkehr: Deutsche Bahn verliert deutlich Marktanteile

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Ein Güterzug verlässt den Rangierbahnhof in Maschen bei Hamburg

von Christian Schlesiger

Die Konkurrenz setzt der Deutschen Bahn vor allem im Schienengüterverkehr zu, zeigen Berechnungen der Bundesnetzagentur. Nur der Fernverkehr bleibt Monopol der des Staatskonzerns - doch das ändert sich in Kürze.

Im vergangenen Jahr musste die Deutsche Bahn im Schienengüterverkehr gleich einen doppelten Rückschlag verkraften. Zum einen verlor sie 2009 wegen der Wirtschaftskrise rund ein Viertel ihres Umsatzes. Zum anderen traf sie der Auftragsschwund in der Logistik offenbar stärker als die Wettbewerber. Die Deutsche Bahn verlor im Güterverkehr auf der Schiene vier Prozent Marktanteile und kommt nur noch auf 75 Prozent. Das geht aus Berechnungen der Bundesnetzagentur hervor, die die Kontrollbehörde auf ihrer Jahrespressekonferenz morgen in Bonn vorstellen wird und die wiwo.de vorliegen.Ein Grund für die relative Schwäche: Die Schienengütertochter der Deutschen Bahn, DB Schenker Rail, erwirtschaftet einen Großteil ihres  Umsatzes mit dem Transport von Autos und Stahl. Beide Branchen standen in den vergangenen Monaten besonders stark unter Druck. Um die Rückschläge aufzufangen, hat sich DB Schenker Rail einem rigiden Sparkurs verschrieben. So strich das Management beispielsweise 72 von 1600 Güterverkehrsstellen, auf denen in Boomzeiten Güter auf Waggons verladen wurden. Die Liberalisierung des Eisenbahnmarktes in Deutschland macht der Bahn auch im Schienenpersonennahverkehr immer mehr zu schaffen. So verlor der Konzern im vergangenen Jahr laut Bundesnetzagentur Marktanteile in Höhe von zwei Prozent. Allerdings bleibt der Vorsprung der DB weiter komfortabel. Noch beherrscht die Nahverkehrstochter DB Regio 88 Prozent des Geschäfts mit S-Bahn-, Regionalexpress- und Regionalbahn-Strecken. Weil die Nahverkehrsaufträge eine Laufzeit von mehreren Jahren haben, wird sich an der Aufteilung des Marktes auch nur langsam etwas ändern.

Wettbewerber im Fernverkehr starten auf Rosinenstrecken

Monopolist bleibt die Deutsche Bahn weiterhin auf der Fernstrecke. Im Hochgeschwindigkeitsverkehr mit Intercity- und ICE-Zügen kommt die Bahn weiterhin auf 99 Prozent Marktanteil. Einziger Wettbewerber ist derzeit das Unternehmen Veolia, das mit seiner Marke Interconnex Fernverkehrszüge von Leipzig über Berlin nach Rostock anbietet. In diesem Jahr gerät die Deutsche Bahn aber auch im Fernverkehr erstmals ernsthaft unter Druck. Der neue Anbieter Locomore startet im August mit ausrangierten und renovierten Intercity-Zügen der Österreichischen Bundesbahnen auf der Strecke Hamburg-Köln. Ende des Jahres sollen weitere Strecken von Stuttgart über Köln nach Berlin folgen. Auch die Deutschland-Tochter Keolis der französischen Staatsbahn SNCF denkt über den Markteintritt auf der Fernstrecke nach. Sie hat bei DB Netz mehrere Trassen bestellt, etwa von Straßburg nach Berlin und Frankfurt nach Hamburg. Eine Entscheidung soll Mitte April fallen. Im Fokus haben die Wettbewerber vor allem hoch frequentierte Rosinenstrecken.

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