Schifffahrt: A.P. Moeller-Maersk: Auf vielen Standbeinen gegen die Krise

Schifffahrt: A.P. Moeller-Maersk: Auf vielen Standbeinen gegen die Krise

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Maersk-Mitarbeiter vor Containern in Bremerhaven

Der dänische Konzern A.P. Moeller-Maersk ist Eigentümer der größten Containerflotte der Welt – und ein skurriles Konglomerat. Das hilft in der Krise.

Kopenhagen, in der Kantine von A.P. Moeller-Maersk, kurz nach 13 Uhr. Drei Männer in unscheinbaren Anzügen füllen ihre Gläser, entweder mit „Skummetmaelk“, der fast fettfreien Milch, mit „Minimaelk“, die 0,5 Prozent hat, oder mit „Letmaelk“, die 1,5 Prozent Fett enthält. In Skandinavien, wo die Sonne selten scheint, ist Kalzium so wichtig wie eine gute Mahlzeit. Darum gibt es beides zusammen für lächerliche 25 Euro pro Monat. So gut meint es A.P. Moeller-Maersk mit seinen Mitarbeitern – fragt sich nur, wie lange noch.

8.000 Kilometer südöstlich, im Nordpazifik vor Shanghai. Die „Merlion“ und die „Malacca“ liegen vor Anker, beide 300 Meter lang und 30 Meter breit. Eigentlich müsste jede von ihnen mit 4.000 Containern über die Weltmeere rauschen. Stattdessen dümpeln beide seit Monaten leer vor sich hin – fragt sich nur, wie viele Monate noch.

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Mit Netto-Läden nach Deutschland expandieren

Zurück in Kopenhagen, ein Büro nicht größer als eine Studentenbude. Michael Engell-Jensen, 56, grübelt über einem gigantischen Projekt: der Speicherung von Kohlendioxid in ausgebeuteten Ölfeldern unter dem Meer. Wenn Emissionsrechte den Ausstoß des klimaschädlichen Gases verteuern, so sein Kalkül, könnte die Lagerung wirtschaftlich sein. Dann schlüge in ein paar Jahren die Stunde für A.P. Moeller-Maersk – fragt sich nur, in wie viel Jahren.

Der Böllberger Weg  in Halle an der Saale, eine gute Flugstunde von Kopenhagen entfernt. Gerade eröffnete der 293. Netto-Laden in Deutschland, nicht einer von Edeka, sondern von A.P. Moeller- Maersk aus Dänemark. Was diese Netto-Läden anböten, sei „ein wenig billiger, regionaler und weiblicher“ als beim deutschen Namensvetter, sagt Maersk-Manager Claus Juel-Jensen. Zur echten Konkurrenz für deutsche Discountgiganten werde Netto Dänemark jedoch nie – fragt sich, warum das Ganze dann überhaupt.

Die Wirtschaftskrise hinterlässt Spuren

Aussichtslose Scharmützel mit ausländischen Marktführern, vage Ideen für umstrittene CO2-Speicher, dazu der gnadenlose Absturz im Containergeschäft und putzige Wohltaten für Mitarbeiter aus besseren Zeiten: Wohl selten sah sich ein eben noch strahlender Weltmarktführer auf einmal mit so viel grundsätzlichen Problemen gleichzeitig konfrontiert wie A.P. Moeller-Maersk, der größte Konzern aus Dänemark.

Die Krise hat tiefe Spuren hinterlassen, wie sich bei der heutigen Präsentation der Halbjahreszahlen zeigte: Im ersten Halbjahr 2009 musste Konzern einen Verlust von 406 Millionen Euro verkraften - nach einem Gewinn von 1,6 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die nächsten sechs Monate werden ähnlich verlaufen, prognostizierte A.P. Moeller Maersk. Doch die Manager in Kopenhagen steuern bereits kräftig gegen. Die WirtschaftsWoche berichtet, wie der Schifffahrts- und Ölkonzern auf den Abschwung reagiert.

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