Schmiergeldaffäre: MAN: Samuelsson muss Verantwortung übernehmen

KommentarSchmiergeldaffäre: MAN: Samuelsson muss Verantwortung übernehmen

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Hakan Samuelsson ist als MAN-Chef zurückgetreten

von Harald Schumacher

MAN-Chef Hakan Samuelsson stolperte über die Schmiergeldaffäre. Das ist gut so, meint WirtschaftsWoche-Redakteur Harald Schumacher, denn Samuelsson tat nicht sein Möglichstes, um die illegale Verkaufsförderung zu beenden.

Nein, gestürzt ist Hakan Samuelsson nicht über den Machiavellisten Ferdinand Piech, dessen Volkswagen-Scania-MAN-Strategie er womöglich im Wege stand. Gestürzt ist Samuelsson vor allem über den Angriffspunkt, den er Piech bot: Die Schmiergeldaffäre. Und das – auch wenn es hart klingt – ist gut so. Denn die Floskel von der „politischen Verantwortung", mit der der MAN-Chef jetzt indirekt von konkretem Fehlverhalten freigesprochen werden soll, blendet Wesentliches aus.

Anstatt die Unsitte illegaler Provisionen bei Bus- und LKW-Verkäufen konsequent zu beenden, hat Samuelsson nur scheibchenweise über Jahre hinweg Maßnahmen dagegen verfügt. Immer neue Regelungsversuche zeigen, dass der Schwede eben nicht sein Möglichstes getan hat, um verkaufsfördernde Nebenzahlungen unmöglich zu machen, sondern dass er zu vorsichtig vorgegangen ist.

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Umdenken dauert zu lange

Insofern ist er ein Opfer der alten Complience-Unkultur, die Korruption, Kickback-Zahlungen, Kartellabsprachen und Steuerhinterziehung als lässliche Sünden sah. Das Umdenken in den Untenehmen dauert zu lange. Längst legt die Rechtssprechung strengere Maßstäbe an. So verurteilte der Bundesgerichtshof im Juni den Revisionschef eines Unternehmens wegen Beihilfe zum Betrug nur deshalb, weil der nicht alles getan hatte, um eine Wirtschaftsstraftat zu verhindern, an der er selber aber nicht beteiligt war. Was bei Samuelsson beschönigend politische Verantwortung genannt wird, ist schlicht Verantwortung.

Erfolgreich umstrukturiert

Trotzdem darf einem der fähige und sympathische Manager leid tun. Samuelsson strukturierte den MAN-Konzern erfolgreich um. Er verlor seine Umbau-Ziele nie aus den Augen, auch nicht während der Affäre. Der frühere Siemens-Chef Heinrich von Pierer den Eindruck vermittelte den Eindruck, er verkörpere selber das höchste Rechtsgefühl und stehe irgendwie über den Paragraphen. Samuelsson war dagegen stets unarrogant und zu Selbstzweifeln fähig. Dass er konsequenter hätte vorgehen müssen, ist ihm seit Monaten klar. In vertraulichen Gesprächen ließ er das durchblicken.

Zum Rücktritt zwingt ihn nun mit seinem Aufsichtsrat ausgerechnet ein Manager, dessen Konzern die unvergessene VW-Affäre um bestochene Betriebsräte und Sex-Reisen auf Firmenkosten hervorbrachte. Den Skandal hätte Piech nach dem Maßstab, den er nun an Samuelsson anlegt, wohl nicht überstanden. Aber um ethische Maßstäbe ging es ihm ja wohl auch nicht.

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