Schmiergeldskandal: Siemens erwartet Strafen in Höhe von einer Milliarde Euro

Schmiergeldskandal: Siemens erwartet Strafen in Höhe von einer Milliarde Euro

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Siemens erwartet Strafen in Höhe von einer Milliarde Euro

In Folge des Schmiergeldskandals erwartet der Siemens-Konzern offenbar Strafzahlungen in Höhe von einer Milliarde Euro. Für das jüngst abgelaufene Geschäftsjahr wurde eine Rückstellung in dieser Höhe gebucht.

Der Siemens-Konzern stellt sich in Folge des Schmiergeld-Skandals auf Strafforderungen von rund einer Milliarde Euro ein. „Der Betrag basiert auf der Einschätzung des Stands der Gespräche mit den Behörden in Deutschland und in den USA durch das Unternehmen“, hieß es heute in München. In dem Ende September ausgelaufenen Geschäftsjahr werde eine Rückstellung in dieser Höhe gebucht.

Damit nannte der Konzern erstmals eine konkrete Summe für die aus dem Skandal resultierenden Belastungen. Der Betrag würde im Zusammenhang mit dem angestrebten Vergleich mit Behörden in Deutschland und in den USA fällig, so die Firmensprecher. Den Stand der Verhandlungen wollte man nicht kommentieren. Siemens steht seit einigen Monaten mit der US-Börsenaufsicht SEC in Verhandlungen. Außerdem laufen weiter Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München in mehreren Bereichen des Unternehmens.

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Weitere Belastungen aus Konzernumbau

In dem Skandal geht es um 1,3 Milliarden Euro an dubiosen Zahlungen. Mit ihrer Hilfe sollen Aufträge im Ausland akquiriert worden sein. Die Aufarbeitung des Skandals hat Siemens bisher etwa 1,4 Milliarden Euro an Strafen, Beraterkosten und Gewinnabschöpfung gekostet, weitere 500 Millionen Euro wurden durch Steuernachzahlungen fällig. Externe Juristen und Wirtschaftsprüfer erforschten das Schmiergeldsystem im Auftrag des Konzerns.

In der Vergangenheit war spekuliert worden, dass allein die SEC eine Strafe von mehreren Milliarden Euro gegen das Unternehmen verhängen könnte. Aus dem Unternehmensumfeld verlautete nun, die Verhandlungen mit den Behörden seien „auf der Zielgeraden, aber noch nicht am Ziel“. Die rund eine Milliarde Euro seien ein „ungefährer“ Wert, der zugleich zeige, in welche Richtung es gehe.

Weitere Belastungen in Höhe von 3 Milliarden Euro erfährt die Siemens-Bilanz durch Rückstellungen aufgrund des geplanten Konzernumbaus. Die Sparpläne in Vertrieb und Verwaltung gehen mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze einher. Auch in Bereichen Verkehrstechnik und Gesundheit sollen Stellen wegfallen.

Die Buchung hat jedoch auch einen steuerlichen Hintergrund: Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte Siemens unter dem Strich knapp 6,5 Milliarden Euro Gewinn aus dem Verkauf der Autozuliefer-Tochter VDO an Continental gemacht. Mit der hohen Belastung im Schlussquartal soll die Steuerquote im Gesamtjahr gedrückt werden. Aus dem Unternehmensumfeld hieß es zudem, mit der Rückstellung sei ein „sauberer Start ins nächste Jahr“ angestrebt.

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