Schon gehört?: Guter Einstieg

Schon gehört?: Guter Einstieg

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Sasha, 37, bürgerlich Sascha Schmitz, begann seine Musikkarriere im heimischen Soest in Westfalen. 1998 landete er mit "If You Believe" seinen ersten Hit. Als "Dick Brave & the Backbeats" frönte er mit seiner Band seiner Leidenschaft für den Rock’n’Roll

Songschreiber und Sänger Sasha über seine Liebe zum Rock'n'Roll, warum er sich für Prince und gegen Michael Jackson entscheidet sowie über die Vorzüge von Best-of-Alben.

Dass ich mal große Lust auf Rock’n’Roll bekommen habe, hat mit meiner Kindheit zu tun. Die erste Musik, die ich damals selbstständig aufgelegt habe – damals hatten wir noch einen Plattenspieler –, war Elvis Presley. Ich kann mich zwar nicht mehr wirklich an die Aktion erinnern, aber an das Gefühl, das ich dabei gehabt habe. Wir hatten nie eine große Plattensammlung. Vielleicht waren es um die 100 Alben, denn weder mein Vater noch meine Mutter waren große Plattensammler, und einiges wurde ihnen geschenkt, und so war die Mischung zwar ausgewogen, aber es gab schon viel Rock’n’Roll.

Der Song, den ich damals mit etwa vier oder fünf Jahren hörte, war „Return to Sender“. Der Grund dafür scheint seltsam: Ich mochte damals schon Winnetou-Filme oder Western. Und „Return to Sender“ war für mich die Musik dazu, obwohl sie überhaupt nichts damit zu tun hat. Ich dachte, das wäre Cowboymusik. Morgens, wenn meine Eltern noch schliefen, habe ich mir die Platte immer wieder rausgeholt. Dann habe ich mich mit einer Decke hingesetzt und auf einer Glühbirne Toast geröstet – das war so ein Kasten mit einer Folie, die Flammen darstellte, und dahinter war die Glühbirne, dazwischen drehte sich noch ein Teil, das durch die Bewegung den Eindruck von echtem Feuer erzeugen sollte.

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Auf dem Doppelalbum waren 32 Hits, und es hieß „Elvis forever“, der King mit weißem Bühnenanzug drauf. Eine Compilation, wie viele von den Scheiben, die meine Eltern im Regal hatten. Ich bin damit aufgewachsen, und das scheint auch der Grund zu sein, warum ich selber so ein großer Fan von Best-of-Alben bin. Es war die Zeit, in der für K-Tel und Arcade noch Fernsehwerbung lief.

Für mich sind diese Compilations auch heute noch ein probates Mittel, um sich mit einer Band vertraut zu machen. In den Achtzigerjahren mochte ich zum Beispiel Michael Jackson. Meine Freunde standen eher auf Depeche Mode und Eurythmics oder The Cure. Und das fand ich zu dem Zeitpunkt blöd. Als ich dann angefangen habe, selber Musik zu machen, und Anfang der Neunzigerjahre meine Grunge-Band hatte, begann ich, auch diese Musik zu verstehen. Leider viel zu spät, da war sie eigentlich gar nicht mehr aktuell. Aber so zeitversetzt habe ich gemerkt, wie großartig viele der Songs dieser Bands sind. Dann erst habe ich mir die Best-of-Alben gekauft, um reinzukommen. Ich bin kein Plattensammler, aber bekennender Greatest-Hits-Käufer.

Es war ein Künstler, für den ich mich sehr früh bewusst entschieden habe – Prince. Man wurde damals durch Kumpels und die Öffentlichkeit dazu genötigt, sich zu entscheiden. In einer Zeitschrift wurde ich mal vor die Wahl gestellt, ob ich für Shakin’ Stevens, den lebenden Elvis, oder den echten Elvis bin, und so musste ich mich dann auch einmal entscheiden für Prince oder Michael Jackson – auch wenn ich das Album „Thriller“ von Jackson toll fand. Aber „Purple Rain“ von Prince war einfach besser – bei dieser Entscheidung ist es bis heute geblieben. Nachdem mir klar wurde, dass er alle Stücke schreibt, singt und die Instrumente spielt, war er für mich das Idol. Später habe ich mich dann doch schwergetan mit seinen Werken und habe viele seiner neueren Alben vor allem aus alter Liebe geholt. Richtig vom Hocker gerissen hat mich aber nur noch eines – „Musicology“. Ich habe mich richtig darüber gefreut, dass Prince wieder so klang, wie Prince meiner Ansicht nach klingen sollte.

Übers Internet höre ich öfter in Stücke rein, es ersetzt ein wenig die Funktion der Compilation. Zuletzt habe ich dort in die Musik von Jason Mraz reingeschnuppert, den mir ein Freund schon vor einem Jahr empfohlen hat. Er ist sehr individuell – ein Typ mit Gitarre, der nicht nur traurige Lieder macht. Vor zwei Jahren habe ich mit The Feeling sogar wieder eine neue Lieblingsband entdeckt. Das ist fröhlicher britischer Pop-Rock. Nach der Ära der Traurigkeit mit Bands wie Coldplay oder Keane war es für mich erfrischend, wieder mal was Positives zu hören.

Aber nach alle den englischsprachigen Musikern noch ein paar Tipps für Musik aus Deutschland. Obwohl bei den vielen Sachen, in die ich reinhöre, wenig dabei ist, das ich noch mal auflege. Mir gefällt schon, was Bands wie Juli oder Musiker wie Ingo Pohlmann und Bosse machen. Und unbedingt hören muss man Peter Fox. Er schafft es herausragend, das Lebensgefühl Berlins in Worte zu fassen.

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