Schon gehört?: Warum Mozarts Zauberflöte so beliebt ist

Schon gehört?: Warum Mozarts Zauberflöte so beliebt ist

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Diana Damrau in ihrer Rolle Pamina in Mozart's "Zauberflöte"

Kammersängerin Diana Damrau über die Seelenerkundungen der Musik.

Warum eigentlich ist gerade Mozarts „Zauberflöte“ so beliebt? Vor allem natürlich wegen der göttlichen Musik, an der man sich nicht satthören kann. Aber auch weil in diesem Stück Urtheater alles drinsteckt, ein ganzer Kosmos von Geschichten und Figuren, in denen jeder sich wiedererkennen kann, je nach Alter und Lebenssituation. Zum Beispiel in der Pamina, die eine wahre Achterbahn der Gefühle durchmacht, vom Liebesglück mit Pamino in die Einsamkeit gestürzt wird, sich um ihre Liebe verraten fühlt, selbst in ihren engsten Vertrauenspersonen keinen Halt mehr findet und in ihrer Verlorenheit am liebsten sterben möchte und zum Messer greift.

Opern leben von solchen Grenzsituationen. Das gilt für Guiseppe Verdis Gilda im „Rigoletto“ und erst recht für Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“. Es ist die Geschichte einer Frau, die sich in den Todfeind ihrer Familie verliebt, zu einer politischen Heirat gezwungen wird und erst im Wahn die Erfüllung ihrer wahren Liebe findet. „Was ist eigentlich der Fall Lucia? Welche psychische Disposition steckt hinter ihrem Wahnsinn?“, habe ich mich bei der Vorbereitung auf die Rolle gefragt und mir professionellen Rat eingeholt:

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Die Psychiater des Bezirkskrankenhauses meiner Heimatstadt Günzburg an der Donau, mit denen ich den Fall durchgesprochen habe, diagnostizierten eine Psychose aufgrund einer sogenannten bipolaren Störung. Von Beginn an steht Lucia unter extremen emotionalen Spannungen, schwankt sie zwischen Manie und Depression. Schon die erste Arie zeigt sie himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, und in der berühmten Arie im dritten Akt ist sie schon nicht mehr von dieser Welt, singt sie sich in die Ekstasen des Wahnsinns. Es ist große Oper, eine hochdramatische, schaurige, auch schockierende Geschichte.

Musiktheater soll anrühren, verführen, manchmal auch aufrühren. Dazu sind wir Sänger da: Wir erzählen von Menschen, auch von ihren Abgründen und Dämonen, und jedes Mal ist es ein Unikat, das wir auf die Bretter bringen. Singen ist etwas sehr Persönliches, es hat etwas von Preisgabe, weil es die innersten Schwingungen hörbar macht. Das erschreckt viele oder macht verlegen. Dabei ist Singen etwas ganz Natürliches, Ursprüngliches. Vor dem Wort war der Klang. Die Musik gibt der Sprache emotionale Kraft und erlaubt feinste Differenzierungen. Deshalb gibt es nichts Kompakteres und Intimeres als das Lied. Es ist ein literarisch-musikalisches Konzentrat, Oper en miniature.

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