Schwacher Ausblick: Stellenabbau bei Siemens

Schwacher Ausblick: Stellenabbau bei Siemens

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Siemens-Chef Peter Löscher

Bis 2010 will Siemens rund 1,2 Milliarden Euro im Vertrieb und in der Verwaltung sparen. Deshalb droht ein Stellenabbau. Pannen in der Bahn- und der Kraftwerkssparte haben den Gewinn des Siemens-Konzerns im zweiten Quartal massiv einbrechen lassen, das teilte der Konzern heute mit.

„Dort wird es ganz klar auch zu Personalabbau kommen“, sagte der Vorstandschef Peter Löscher, ohne Zahlen zu nennen. Die Ausgaben sollten um zehn Prozent auf weniger als elf Milliarden Euro gedrückt werden.

Neben der Korruptionsaffäre macht dem Münchener Technologiekonzern Siemens auch das operative Geschäft immer mehr Schwierigkeiten. Missratene Projekte im Bau von Kraftwerken und Zügen sowie die Kosten für den Umbau des zum Verkauf stehenden Telefonanlagengeschäfts SEN ließen den Gewinn im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 um zwei Drittel auf 412 Millionen Euro einbrechen, wie Siemens heute mitteilte.

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Trotz prall gefüllter Auftragsbücher rechnet Vorstandschef Peter Löscher im bis Ende September laufenden Geschäftsjahr mit stagnierenden Gewinnen im operativen Geschäft. An den Renditezielen für 2010 hielt er fest. Allerdings spüre Siemens die ersten Auswirkungen der Finanzkrise auf sein Massengeschäft in Deutschland und den USA. Im kommenden Geschäftsjahr würden die Folgen für die Realwirtschaft noch deutlicher zu Tage treten.

Die Analyse der unrentablen Projekte im Kraftwerksbau sei inzwischen abgeschlossen, sagte Löscher. „Wir konnten uns alles in allem ein klares Bild über die Risiken machen.“ An den Folgen werde Siemens aber noch längere Zeit zu knabbern haben. Die lange Zeit hochprofitable Kraftwerks-Sparte werde auch in den folgenden Quartalen rote Zahlen schreiben, im zweiten Quartal waren es 221 Millionen Euro.

Allein von Januar bis März seien 559 Millionen Euro für den Bau von konventionellen Kraftwerken zurückgestellt worden. Davon entfielen allein 163 Millionen auf den finnischen Atommeiler Olkiluoto, der noch nicht einmal zur Hälfte fertiggestellt ist.

Börse reagierte erleichtert

Im zweiten Quartal belasteten unrentable Projekte in der Zug- und der Kraftwerkssparte sowie in der IT-Sparte SIS den Konzern mit insgesamt 857 Millionen Euro, etwas geringer als Siemens vor wenigen Wochen bei seiner Gewinnwarnung befürchtet hatte. Allerdings rechnet Konzernchef Löscher in den kommenden Quartalen mit knapp 100 Millionen Euro an weiteren Sonderlasten.

Gut lief das Geschäft in der ertragsstärksten Sparte Automatisierungstechnik, der Medizintechnik und der Sparte Energieübertragung. Dagegen belasteten die Kosten des Konzernumbaus sowie die Folgen der Korruptionsaffäre den Konzerngewinn mit 506 Millionen Euro. Löscher betonte aber: „Wir halten an unseren Zielen für 2010 fest.“ Der Konzernumsatz sei um zwei Prozent auf 18,1 Milliarden Euro gewachsen, teilte Siemens mit. Der Auftragseingang legte auf vergleichbarer Basis um 15 Prozent auf 23,4 Milliarden Euro zu.

Unter Börsianern überwog die Erleichterung darüber, dass Siemens keine weiteren verlustbringenden Projekte entdeckt hat. „Der Markt dürfte froh sein, dass es keine weiteren bösen Überraschungen gab und der Ordertrend ungebrochen stark ist“, urteilte Citigroup-Analyst Tim Adams. Die Siemens-Aktie legte gut ein Prozent zu.

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